Mit Leichtigkeit und Herz - Landesbischof Christian Kopp und Kirche als Raum der Begegnung

Shownotes

Christian Kopp ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und ein Mensch, der glaubt, dass Leichtigkeit und Liebe in die Kirche gehören. Aufgewachsen zwischen Bergen und Flüssen, geprägt von starken Frauen und offenen Begegnungen, erzählt er, wie ihn seine Großmütter, die evangelische Jugend und die Stille von Taizé zu einem Glauben geführt haben, der trägt – auch im Zweifel.

In dieser Folge spricht Christian darüber, warum ihn ein Satz von Oma Meier bis heute begleitet, was gute Gottesdienste mit Musik, Bewegung und Humor zu tun haben und warum er überzeugt ist: Kirche ist da, wo Menschen sich wirklich begegnen. Außerdem verrät er, wie er als Landesbischof neue Hoffnung für junge Menschen sieht und weshalb die Liebe für ihn das größte Gebot bleibt.

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Produziert von Podstars by OMR.

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00:00:01: Das ist für mich wichtig, dass Gottesdienste auch so eine Leichtigkeit haben, dass ich herausgehe aus einem Gottesdienst und das Gefühl habe, ich bin gestärkt, vielleicht ich schwebe sogar so ein bisschen, weil die Musik so schön war oder tolle Gedanken oder sowas.

00:00:15: Und jetzt erlebst du in Afrika, im Gottesdienst kommst du da nicht raus, ohne ein bisschen zu schweben, dass ich denke, das war ja jetzt oder verschwitzt vielleicht so ein Teil, weil du getanzt hast im Gottesdienst.

00:00:37: Herzlich willkommen bei Horizontwechsel.

00:00:39: Ich bin Son Kim, der Host dieses Podcasts.

00:00:42: In diesem Podcast teilen Menschen ihre Geschichten und Erfahrungen vom Unterwegssein Ankommen aufbrechen.

00:00:48: Schön, dass ihr wieder dabei seid.

00:00:49: Wir würden uns riesig freuen, wenn ihr den Podcast auf eurer Lieblingsplattform abonniert, bewertet und ein paar Sterne dalasst.

00:00:55: Das hilft uns sehr weiter.

00:00:57: Über Feedbacks in den Folgen, beispielsweise als Kommentar auf Spotify, freuen wir uns ganz besonders.

00:01:03: In der heutigen Folge habe ich Christian Kopfzugast.

00:01:05: Christian ist Landesbischof der Evangelisch-Lutterischen Kirche in Bayern.

00:01:10: Wir sprechen darüber, welchen Satz Oma Meier ihm fürs Leben mitgegeben hat.

00:01:14: Warum sich Christian so gerne mit jungen Menschen austauscht und warum es heute noch stimmt, erlangen forever.

00:01:23: Christian, schön, dass du da bist.

00:01:25: Ja, hallo Son, grüß dich.

00:01:27: Zum Anfang.

00:01:29: Wofür schlägt dein Herz?

00:01:31: Für die Liebe.

00:01:33: und für liebevolle Menschen.

00:01:35: Christian, du bist in Rummelsberg und Garmisch-Partenkirchen aufgewachsen.

00:01:40: Wenn du an deine Kindheit denkst, was für Bilder tauchen auf?

00:01:46: Ich bin ja in Regensburg geboren und das hat, also ich würde sagen Wasser, Fluss, Seen und immer Berge.

00:01:57: Also selbst Rummelsberg ist ein Hügel, aber in Garmisch-Partenkirchen hast du Echte Berge.

00:02:04: Und so diese Mischung aus Wasser und Erhöhung, also Freiheit und Weiter, das ist das, was für mich Kindheit auch war.

00:02:14: Das ist also Bayern sozusagen.

00:02:17: Ja, Bayern ist schön, klar.

00:02:18: Frankreich auch.

00:02:20: Manche versetzt ja einen Klang oder einen Zungenschlag oder Geruch in die eigene Kindheit und Jugend zurück.

00:02:27: Geht es dir auch so?

00:02:29: Ich bin ein sehr sinnlicher Mensch, von daher, das sind ganz viele Elemente.

00:02:34: Wenn ich, ich habe jetzt zum Beispiel am Sonntag Caste Spätzle bekommen, ich habe sie auch selber gemacht, zusammen mit meiner Familie, das ist für mich Kindheit, weil meine Mutter war die Königin der Caste Spätzle, die kommt aus Schwaben oder Heu, Wiesen,

00:02:51: der Geruch von Blumen

00:02:54: oder auch der Geruch von Regen.

00:02:56: der in den Bergen extrem intensiv ist.

00:02:59: Da bin ich sofort in der Kindheit.

00:03:01: Und dann erinnerst du dich, wie du selber unterwegs warst.

00:03:03: Genau.

00:03:04: Unterwegs ist mein Stichwort.

00:03:06: Immer unterwegs.

00:03:07: Immer unterwegs.

00:03:08: Also du warst viel draußen.

00:03:10: Ich war, ich bin und ich werde sein.

00:03:14: Das heißt, dein Lieblingsort war draußen.

00:03:18: Mein Lieblingsort ist Bewegung im Freien.

00:03:21: Das ist das, was mich hält und trägt und was ich auch immer wieder versuche.

00:03:26: Das heißt, dann ziehst du dir einfach Wanderschuhe an und gehst los?

00:03:31: Du das überbewertet.

00:03:32: Also ich bin auch gern mit irgendwas in den Bergen unterwegs.

00:03:35: Ich bin ziemlich trittsicher oder aber auch so im Alltag.

00:03:39: Wir wohnen direkt hier in München.

00:03:41: München ist eine ziemlich grüne Stadt und da ist die Isarna der englische Garten und vor allem die beiden Räder.

00:03:48: Also das Fahrrad, das zieht mich immer.

00:03:52: Jeden Tag fahre ich Fahrrad, wenn es irgendwie geht.

00:03:55: Gibt es eine Kirche an, die du dich erinnerst aus der Kindheit und Jugend, wo du gedacht hast, das ist auch so ein besonderer Ort für mich?

00:04:04: Das sind ganz viele.

00:04:05: Also wir sind ja in Rumelsberg, das war meine Kindheit.

00:04:09: Da ist die Philippuskirche, das ist für mich ein ganz besonderer Ort.

00:04:13: Da komme ich jetzt auch, in meiner Funktion war erst dann Himmelfahrt, beim wunderschönen Gottesdienst dort.

00:04:18: Das sind die Werke der Barmherzigkeit im Chorraum.

00:04:22: Und das ist ja für mich auch so was Wichtiges.

00:04:24: Es zeichnet uns Christinnen und Christen aus, dass wir Barmherzig mit anderen sind.

00:04:28: Das ist für mich wichtig.

00:04:30: Natürlich auch meine Konformationskirche, das ist jetzt eher ein bisschen nüchterne Kirche in Garmisch-Sparten-Kirchen.

00:04:36: Und ich war schon als Kind öfter in den großen Kathedralen in Nürnberg und sowohl die Lorenz-Kirche wie diese Baldus-Kirche, das sind schon Herzensorte für mich.

00:04:44: Die sprechen dich immer noch an?

00:04:46: Ja, unglaublich.

00:04:47: Also, der Baldus-Kirche war meine frau-lange Pfarrerin und wenn ich da bin, da bin ich daheim.

00:04:54: Wann hast du für dich gespürt, Glaube hat etwas mit dir persönlich zu tun?

00:05:00: Ich glaube, dass das wirklich mit den großen Frauen meines Lebens zu tun hat.

00:05:07: Also, wir haben meine beiden Großmütter und auch meine Mutter auf ihre Art und Weise die herausfordernde Leben hatten gezeigt, dass ihnen der christliche Glaube Kraft gibt fürs ganze Leben.

00:05:20: Und als Kind hast du das eher sagen mal ein bisschen äh.

00:05:23: angeschaut, aber je größer ich geworden bin, desto mehr hat mich das beeindruckt und ich bin immer wieder ja, spreche ich über meine Großmütter, weil die mir sehr wichtig sind und ich nenne die die großen Frauen meines Lebens.

00:05:40: Hast du Namen zu diesen Frauen?

00:05:42: Ja freilich, das eigentlich ist die Katharina, die ist aus dem Algräu und das andere ist die Elisabetha, die ist aus der Oberpfalz.

00:05:52: Und die haben dir das vermittelt durch die Art, wie sie mit dir umgegangen sind?

00:05:55: Oder haben sie dir Lieder vorgesungen, mit ihr Geschichten gelesen?

00:05:59: Was war so das, was dich da angesprochen hat?

00:06:01: Das kann ja ganz verschieden sein.

00:06:03: Ja, und es war auch verschieden.

00:06:04: Das eine war eher, ich würde es mal bürgerlich nennen.

00:06:07: Also man ist evangelisch im Allgäu, man hat eine Bank in der Kirche.

00:06:13: Und es gehört einfach dazu.

00:06:15: Man betet beim Mittagessen, man betet abends, wenn man ins Bett geht, dann spricht man gute Nachtfers, meistens einen Liedfers.

00:06:23: Und meine Oberpfälzer Großmutter, die hat mich immer gesegnet.

00:06:25: Oder uns.

00:06:25: Sie sind eine große Familie.

00:06:27: Und wenn da jemand von den Kindeskindern da war, bevor er gegangen ist, dann wurde dem ein gutes Wort mitgegeben.

00:06:33: Und auch

00:06:34: die Hand aufgelegt.

00:06:35: Genau, da haben wir ein Kreuz gemacht.

00:06:37: Das war sehr variabel, aber immer mit ... einem guten Wunsch.

00:06:43: Das macht ja was mit einem, wenn man so was mal erfahren hat, auf eine so sinnliche Weise auch.

00:06:48: Ja, das ist unheimlich prägend.

00:06:50: Und das stärkt einen.

00:06:52: Wenn ich an meine Großmütter denke und an meine Mutter denke, das stärkt mich.

00:06:57: Gab es ein Ritual, dass du noch von deiner Mutter vor Augen hast, was für sie besonders wichtig war?

00:07:03: Ja, die kommt aus dieser bürgerlichen Familie und deshalb Nachtgebet, müde bin ich, geh zur Ruhe, schließe meine Augen

00:07:09: zu.

00:07:10: Also meine Mutter hat abends immer mit mir gebetet, wenn ich dann da im Bett war als kleiner Junge.

00:07:17: Und ich fand das als kleiner Junge, weiß ich heute noch irgendwie auch komisch, komische Worte.

00:07:25: Und heute kann ich diese Situation sofort abrufen, dieses Gefühl, da ist jemand für dich da unbedingt, unbedingt der Liebe und bittet dafür, dass alles gut ist.

00:07:36: Du hast von den Männern in deinem Leben noch nicht gesprochen, aber die gab es ja auch.

00:07:40: Jetzt komme ich aus einer Familie, in der ich habe drei Schwestern.

00:07:43: Deshalb sagen wir mal, hat es schon eine große Bedeutung gehabt, was die, sage ich mal, weibliche Seite meiner Familie.

00:07:52: Aber natürlich, ich habe einen Vater, ich habe Großväter, die mich auch sehr geprägt haben.

00:07:58: Und die waren auch so köchtlich engagiert oder interessiert, oder?

00:08:04: Also der eine Großvater, der am Allgäu, der war ein ganz ganz former evangelischer Christ.

00:08:10: legte Wert darauf her, der acht Kinder, dass man am Sonntag in die Martinskirche in Memmingen geht und immer in die gleiche Bank.

00:08:19: Das war ihm wichtig und das hat meine Familie geprägt, mütterlicherseits, dass man das macht.

00:08:25: Er war ein sehr unternehmerischer, sehr erfolgreicher Mensch auch im Leben.

00:08:31: Bei meinem Vater war es, glaube ich, eher nicht so ausgeprägt.

00:08:35: Der war zwar Diakon, aber ... Das war eher auch so eine, würde ich mal sagen, normale Religiosität.

00:08:42: Man ist es halt und ja, ist gut.

00:08:46: Und das passierte oft, dass man so beide Seiten in sich aufnimmt.

00:08:50: Und das wechselt ja auch im Laufe des Lebens.

00:08:54: Dass man dann merkt, mal ist das eine stärker, mal das andere.

00:08:57: Gab es für dich so einen Anstoß in der Jugend oder so, wo du gesagt hast, ich möchte mich noch stärker engagieren im Gemeindeleben oder in der Kirche?

00:09:07: Also ich glaube, bei mir war es schon eher so, dass ich diese, wie soll man das sagen, diese selbstverständliche Seite des Christlichen Glaubens, dass es eben Teil des Lebens ist.

00:09:19: Das haben mir die Menschen mitgegeben, die mich ins Leben gebracht haben.

00:09:23: Dafür bin ich sehr dankbar.

00:09:25: Für mich war die evangelische Jugend die Rettung.

00:09:28: Das kann man gar nicht anders sagen.

00:09:29: Ich bin mit elf Jahren... Die Rettung.

00:09:30: Ja, das war die volle Rettung.

00:09:32: Ich bin mit elf Jahren nach Garmisch-Parten-Kirchen gezogen.

00:09:34: Das war in der sechsten Klasse Gymnasium, da bist du verloren.

00:09:37: Weil die anderen haben sich gerade so ein bisschen angenähert, kannten sich aus der Grundschule und jetzt in der sechsten Klasse noch dazu so einer, der aus der Oberpfalz, aus Franken, da nach Oberweilen kommt.

00:09:45: Das war nicht einfach.

00:09:46: Aber nach der Konformationszeit gab es bei uns eine sehr, sehr gute Jugendarbeit.

00:09:51: Und ich bin dem Pfarr, der das damals organisiert hat und all den Jugendlichen wahnsinnig dankbar.

00:09:57: Das war für mich.

00:09:58: Und da bin ich richtig hineingewachsen, auch in so eine ganz selbstverständliche Spiritualität.

00:10:02: Das war sehr stark von TC geprägt.

00:10:05: Ich war dann kurz danach schon einer der Motoren des TC Gebetes am Freitagabend im Gemeindehaus und Mitstille und freim Gebet und all dem, was man eben so schönes in TC und den Kommunitäten lernt.

00:10:20: Und ihr seid auch zusammen mal nach TC gefahren?

00:10:22: Ja, unzählige Mal.

00:10:25: Alleine nach Tesee gefahren.

00:10:28: Ich habe da die Stille gelernt.

00:10:30: Ja, in Tesee gibt es ja... unten im Dorf einen Ort, wo du eine Woche im Schweigen bist.

00:10:38: Und das war für mich mit einer der wichtigsten Orte meiner religiösen Prägung.

00:10:42: Und das hast du auch schon als Jugendlicher so gemacht, dahin zu fahren und das Kennen zu legen.

00:10:47: Ja, regelmäßig.

00:10:49: Ja, vor ein paar Jahren war ich dann mit meiner Mutter dort, weil die wollte immer mal dahin, aber ich wollte ihr das auch dann mal zeigen, was meine Jugend- und junge Erwachsenenzeit geprägt hat.

00:11:00: Und da konntest du dir auch was zeigen, weil dich das auch so angesprochen hat?

00:11:04: Naja, und sie kannte diese Lieder.

00:11:06: Meine Mutter hat mich neunundsebzig, da habe ich fünfzehn oder vierzehn auf den evangelischen Kirchentag in Nürnberg geschleppt.

00:11:13: Da war ich nicht sehr begeistert, aber sie wollte nicht alleine nach Nürnberg fahren.

00:11:18: Und da saßen wir dann am Boden in der Lorenzkirche und dann wurden da komische Lieder gesungen.

00:11:22: Und das waren genau diese Lieder, die dann später Ja, und bis heute eigentlich.

00:11:27: Ubi, Karitas, meine Spiritualität auch bereichern.

00:11:31: Und wenn du das dann hörst, dann bringt das auch was in dir zum Klingen, automatisch.

00:11:37: Ja, also ich würde jetzt heute sagen, jetzt bin ich ein sehr ausgebildeter und gewachsener evangelischer Christ.

00:11:46: Bei mir bringt vieles was zum Klingen, weil ich eben so unglaublich viele Erlebnisse... Mit Gott, mit Spiritualität, mit dem Glauben habe.

00:11:55: K.C.

00:11:56: hast du schon als einen wichtigen Impuls genannt?

00:11:59: Gab es noch andere Sachen, wo du gedacht hast, dass es auch etwas, was dich bis heute prägt?

00:12:05: Naja, also ich bin Musiker gewesen.

00:12:08: Jetzt habe ich lange nichts mehr gemacht, aber ich konnte mal sehr, sehr gut Posaune spielen.

00:12:11: Ich hätte beinahe sogar nicht diesen Berufsweg genommen, sondern wäre in die Musik gegangen.

00:12:18: Und da ist es auch so bis zum heutigen Tag.

00:12:21: Und das muss jetzt gar nicht unbedingt Posaunenkornmusik, die liebe ich sowieso.

00:12:26: Aber auch, ich meine, es geht nichts über Johann Sebastian Bach, also das ist ja klar, oder Wolfgang Amadeus Mozart, aber auch Beatles, also die steckt ja auch voller Religiosität, die Musik der Beatles.

00:12:41: Und wenn ich jetzt, ich war kürzlich in der Hamoil-Messe, Da gehe ich heulend raus.

00:12:49: Das ist Musik, die dich bewegt?

00:12:51: Ja, gerade ich war im Dua Lipa-Konzert.

00:12:54: Es gibt auch andere Musik, die mich sehr bewegt.

00:12:57: Aber es ist halt ... Religion kann dich ganz tief in deinem Herzen berühren.

00:13:03: Und das klappt bei mir bei vielen Dingen.

00:13:06: Wenn ich Lieder singe.

00:13:08: Bei Bestattungen.

00:13:10: Ja, bei Bestattungen ist es ja auch noch mal ... Da klingen ja nochmal ganz andere Dinge an.

00:13:15: Auch die Texte klingen neu, wenn man da ist.

00:13:18: Hast du dein Lieblingslied?

00:13:20: Ich habe unzählige Lieblingslieder.

00:13:23: Für Bestattung

00:13:24: eigentlich.

00:13:25: Ja, auch da.

00:13:25: Nun danket alle Gott.

00:13:27: Also die Hymne des evangelischen Glaubens, die halte ich für eine der klügsten Lebenshaltungen.

00:13:34: Dankbar zu leben und sich immer wieder Gott.

00:13:37: in die Hände zu geben und zu sagen, danke Gott, dass ich heute hier Song im Podcast sein kann oder danke, dass ich jetzt diese Fahrtstrecke überstanden habe.

00:13:50: oder auch danke für das Leben, für das, was du mir schenkst, lieber Gott.

00:13:55: Das klingt ja schon so, als hättest du von Anfang gewusst, du willst mal Theologie studieren und Fahrer sein, PC, Posaunencore, die Liebe zur Musik, die Offenheit auch.

00:14:07: Für Gott, auch die Dankbarkeit, die darin steckt.

00:14:11: Was war für dich der Auslöser, das dann zu machen?

00:14:14: Ich glaube, es war reiner Zufall letztlich.

00:14:17: Ich bin, wenn ich jetzt mit jungen Menschen, ich versuche immer viel Kontakt mit denen zu halten, die jetzt so neu nach der mittleren Reife Quali oder Abitur ins Berufsleben starten, weil das ist so ein heikler Punkt im Leben.

00:14:33: Da versuche ich viel Kontakt zu halten und das was die mir so erzählen, keine Ahnung was ich machen soll.

00:14:38: Das ging mir auch so.

00:14:39: Ich hatte keine Ahnung.

00:14:41: Ich habe ein sehr behütetes Leben.

00:14:43: Ich komme aus so einer Generation, die es einfach nur super hatte.

00:14:47: Meine Eltern haben den Krieg erlebt.

00:14:49: Dann wurde jedes Jahr, wurde es besser.

00:14:52: Also bei uns hier im Westen auf jeden Fall, nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:14:57: Wir hatten immer mehr.

00:14:59: Wir hatten immer größere Autos.

00:15:01: Warte mal, jemand, der hier gerne Auto gefahren ist.

00:15:04: Jetzt keine Mercedes, aber es war immer ein Stück besser.

00:15:09: Und da wächst du auf, ich sag jetzt mal ziemlich sorgenfrei, und dann ist auf einmal, hast du Abitur in der Hand, denkst du, okay, so wird es jetzt nicht ewig weitergehen.

00:15:20: Meine Eltern waren sehr großzügig, haben auch immer wieder gesagt, jetzt mach du, was du denkst.

00:15:24: Und ja, irgendwann, mein Vater hat ja andere Pläne, der wollte gerne, dass ich gerne, dass ich das mache, was ihn fasziniert hat, nämlich Jura.

00:15:33: Und Betriebswirtschaft, das hätte er gerne in Kombination selber studiert.

00:15:39: Das ging wegen des Krieges nicht.

00:15:40: Und da habe ich dann, als das immer stärker wurde, als er schon mich wo angemeldet hat, gesagt, ich studiere doch mal lieber Theologie.

00:15:49: Obwohl mich das, mich hat das abgeschreckt, ehrlich gesagt.

00:15:51: Theologie.

00:15:52: Ja, ja, ne, Theologie gar nicht.

00:15:54: Das ist ein super Studium.

00:15:56: Aber der paar Beruf, wie ich ihn erlebt habe, ich hab's jetzt gerade erzählt, ich sag Jugendfahrer, das war ein wahnsinnig toller Mensch, aber wenn ich dann erlebt habe, wie wenig der zu Hause war und wie gerade abends und am Wochenende, also wenn ich in die Berge wollte oder zum Skifahren oder so, er gar keine Zeit für sowas hatte, das hat mich sehr abgeschreckt.

00:16:16: Also

00:16:16: du hast einfach gemerkt, das ist ein Beruf, der sehr fordernd ist.

00:16:20: Ja, und er ihn so ausgeübt hat, das muss man ja auch sehen.

00:16:23: Er gehört zu einer Generation, die sich ganz in die Kirche gegeben hat.

00:16:29: Und das war für mich irgendwie abstoßend und fremd auch.

00:16:33: Das konnte ich mir auch nicht vorstellen.

00:16:35: Und was hat dann dich dazu bewegt zu sagen?

00:16:38: Ich probier's mal.

00:16:40: Also ich sage ja ein bisschen Zufall, ich habe da irgendwann gedacht, ich hatte jetzt zwei Eins im Abitur, da kannst du jetzt auch nicht alles studieren.

00:16:48: damals, neunzehn, dreieinachtzig war das, aber Theologie hat mich einfach interessiert.

00:16:53: Ich hatte, hatte Kolleginnen und Kollegen, auch Vikarien, Vikare waren das, die mir da auch die philosophische Welt geöffnet haben und die psychologische Welt, irgendwie doch doch.

00:17:03: Jetzt fange ich mal mit Theologie an.

00:17:05: Das interessiert mich.

00:17:06: Ich war sehr verbunden, sehr engagiert in der Gemeinde, eben auch über dieses TC, über die Jugend, über das Musikmachen.

00:17:14: Schauen wir mal.

00:17:15: Schauen wir mal.

00:17:16: Und dann bist du nach Erlangen gegangen.

00:17:19: Nein, nein.

00:17:19: Ich habe in München angefangen.

00:17:21: Das ist sehr wichtig, weil München ... für mich ein sehr wichtiger Ort war schon, das war die Rettung aus der Provinz.

00:17:28: Meine große Schwester, den neun Jahre älter ist als ich, die hat in München jurastiert und die konnte ich regelmäßig besuchen.

00:17:36: Da ist man dann zum Vietnam-Mesen, zum Essen gegangen, Mittagstisch und das war für mich so was hatte ich noch nie erlebt, auf so tolles Essen.

00:17:45: Ich bin nach Erlangen dann nach drei Semestern gegangen, weil ich eine Freundin in Franken hatte.

00:17:51: Auch aus dieser Jugendzeit, die gesagt hat, wenn du jetzt nicht nach Erlangen gehst, dann ist unsere Beziehung zu Ende.

00:17:58: Ja, kaum war ich in Erlangen.

00:18:00: War die Beziehung zu Ende.

00:18:03: Ein delfisches Orang.

00:18:08: Und bist du in Erlangen geblieben?

00:18:10: Nein, also ich bin im Sommersemester nach Erlangen und habe dann versucht, wie ich so schnell wie möglich wieder von dort weg komme.

00:18:16: Das war trotzdem eine gute Zeit, weil ich habe dann meine heutige Frau dort kennengelernt.

00:18:21: und lieben gelernt und deshalb Erlangen forever.

00:18:25: Aber ihr seid dann nicht da geblieben, sondern weiter?

00:18:27: Genau, für mich war klar, ich will die Welt sehen.

00:18:30: Das hat dann aus verschiedenen Gründen, auch wegen Julia, bin ich dann nach Bern gegangen, war dort ein Semester und dann haben wir uns in Tübingen wieder getroffen.

00:18:40: In Tübingen.

00:18:41: Im schönsten schwäbischen Städtchen, das es gibt, oder?

00:18:45: Es gibt viele schöne schwäbische Städtchen, aber Tübingen ist schon unter den Top drei.

00:18:50: Und da war es da auch eine Weide.

00:18:52: Ja, wir waren sechs Semester, habe ich weich dann in Tübingen und das war wirklich eine sehr, sehr intensive Studienzeit für mich.

00:18:59: Ich habe da großartige Lehrer und Lehrerinnen kennengelernt, wie Ebert Jüngel oder Christian Diez-Felbinger oder Jörg Moldmann, die mich sehr geprägt haben.

00:19:09: Da liest du immer noch manchmal nach, was sie gesagt haben, oder wie ist das?

00:19:13: Ja, witzigerweise ist jetzt gerade im Nachlass ein Buch zusammengetragen mit Jungeltexten erschienen, das ich natürlich sofort gekauft habe.

00:19:23: Und diese Jungelbücher, die haben einen hohen Stellenwert in meiner Bibliothek, die stehen so, dass man schnell hinkommt.

00:19:31: Und seine Predigten?

00:19:33: Das werden ja auch oft genannt als Ereignisse, die dann in der Stiftskirche stattgefunden haben.

00:19:38: Warst du da auch öfter dabei?

00:19:39: Natürlich.

00:19:41: Ich habe auch alle Predigten logischerweise zu Hause.

00:19:44: Und allerdings war die Vorlesungen Vanja im Grunde Predigten.

00:19:49: Das war ja das Besondere, was Ebert Jüngel ausgezeichnet hat, dass der in einer Art klug war.

00:19:54: Die hat schon manchmal geschmerzt, wie klug er war und wie klug er formulieren konnte.

00:20:00: Und das merkst du in den Predigten.

00:20:01: Also, als ich angefangen habe, selber zu predigen, und das ist ja sehr schwierig, predigen, waren die Art und Weise, wie Jüngel Predigten aufgebaut hat.

00:20:12: Das habe ich mir regelmäßig angeschaut, auch zu anderen Texten.

00:20:15: Wie hat er es gemacht?

00:20:16: Was könnte ich mir davon auch abschauen?

00:20:18: an Technik?

00:20:19: Weil er eine unglaubliche Art hatte, einen Text zu bauen und auch zu reden.

00:20:24: Ja, das war ein Meister der Sprache.

00:20:27: Und der Theologie.

00:20:28: Also, und der Philosophie.

00:20:30: Und der Psychologie.

00:20:33: Man merkt, du hast einiges mitgenommen aus dem Studium.

00:20:36: Weiß man eigentlich nach so einem Studium, was man machen will?

00:20:40: Also, die Frage, die stellt es ja am Anfang, will ich Theologie studieren, auch wenn es zu so einem herausfordernden Beruf führt.

00:20:46: Und dann studiert man Theologie.

00:20:49: Aber da ist man ja auch nicht weiter.

00:20:51: Ja, aber das Leben ist ja mehr als Studium.

00:20:54: Und dementsprechend, da sind Lebensentscheidungen gefällt worden, die mit dem Studium rein gar überhaupt nichts zu tun hatten, denn wir haben einen Tochter bekommen.

00:21:04: Nr.z.A.

00:21:05: ist unsere wunderbare Tochter Elisabeth geboren.

00:21:08: Und das war mitten im Studium.

00:21:10: Meine Frau, wie lange hatte die gerade da studiert?

00:21:12: Vier oder fünf Semester?

00:21:13: Also mitten drin.

00:21:15: Und dann hieß es, liebe Leute, jetzt... Auf die Zielgerade, ich war ein bisschen älter als meine Frau.

00:21:22: und dann hieß es, jetzt Examen machen, jetzt muss Geld verdient werden.

00:21:26: Das war einfach so klar.

00:21:29: Es war auch ein Ereignis sozusagen.

00:21:31: Ja, es war ein Schock erstmal und dann natürlich im Nachhinein das größte Geschenk.

00:21:38: Ist ja manchmal so im Leben und das hatte ich dazu gebracht.

00:21:41: ... dann ins Vicariat zu gehen.

00:21:44: Naja, jetzt mit Theologie, da kann man zwar irgendwas machen ... ... in irgendwelche Personalabteilungen wechseln ... ... oder versuchen bei irgendwelchen Verlagen ... ... oder im Journalismus unterzukommen.

00:21:54: Das hat mich alles nicht gereizt.

00:21:56: Ich habe dann gedacht, okay, jetzt habe ich mich ... ... ich habe sehr intensiv studiert.

00:22:00: Ich habe wirklich auch in München, in Erlangen ... ... sehr intensiv studiert.

00:22:04: Dann besonders natürlich in Bern und Tübingen ... ... und ich habe gedacht, jetzt probieren wir es.

00:22:10: Und wo bist du dann hingekommen?

00:22:12: Ja, durch die Klugheit.

00:22:15: Damals dachte ich, ich wollte natürlich in den Großraum München.

00:22:19: Das war mir klar.

00:22:20: Bergnah hat mich die Landeskirche, du wirst ja da irgendwo hingeschickt, in eine Großstadtgemeinde in Nürnberg geschickt.

00:22:26: Das ist im Osten der Stadt, ziemlich centrumsnah.

00:22:30: Die Kirchengemeinde heißt Nürnberg-Mögeldorf.

00:22:32: Das war eine sehr große Kirchengemeinde mit über sechstausend Gemeindegliedern damals.

00:22:36: Und das war hart und gleichzeitig wunderschön.

00:22:41: gehört ja manchmal so zusammen, dass es genau diese Erfahrung ist, diese große Herausforderung, aber bei der was geht, wo hast du erfahren in Mögeldorf?

00:22:52: Ich kann das.

00:22:54: Naja, daran zweifel.

00:22:56: ich habe es zum heutigen Tag und ich glaube, es gehört auch zu dem Beruf so ein gesunder Zweifel daran, ob man es gut macht.

00:23:05: Sonst glaube ich in so einem Beruf, der so nennt den immer einen sehr künstlerischen, sehr kreativen Beruf.

00:23:11: Da brauchst du so ein gesundes Maß an Frage, war das jetzt gut?

00:23:17: Und ich hab große Sorgen, wenn Leute von sich sagen, ich bin gut.

00:23:22: Aber du kriegst ja das Schönste in unserem Beruf als Theologe, als Pfarrerin, als Pfarrer ist ja die Menschen.

00:23:30: Du treffst so unfassbar tolle Menschen.

00:23:34: Und ich mein jetzt nicht die Berühmten, sondern die ganz normalen, die Menschen, die du halt begleitest, die du ... im All, die Mitarbeiter in der Kirchengemeinde, die du irgendwo treffst, ja, in der Schule, die vielen, vielen jungen Menschen.

00:23:47: Und die geben dir schon gutes Feedback.

00:23:51: Und da wirst du sehr schnell zurückgeworfen.

00:23:54: Also an der Hauptschule in Mögeldorf, da habe ich was fürs Leben gelernt.

00:23:59: Da kriegst du direkt die Rückmeldung, ob du was gut machst oder bescheuert.

00:24:06: Also Religionsunterricht an der Hauptschule.

00:24:08: Genau,

00:24:09: das war so.

00:24:10: Mein Mentor hatte dort Unterricht.

00:24:12: Mein Mentor war ein super Mentor, wirklich ein sehr gestandener Pfarrer, sehr begabt auch.

00:24:18: Aber das, das ist möglich, ist ein Schadteil damals gewesen, wo sie sehr wohlhabende Menschen lebten und genau das Gegenteil.

00:24:29: Und in der Hauptschule triffst du halt beides.

00:24:33: Und das ist eine sehr herausfordernde Mischung.

00:24:35: Und da als ganz junger, ich hatte noch nie irgend sowas gemacht.

00:24:38: Ich war ja nur als Schüler da in der ... Das war für mich ein hartes Lernfeld.

00:24:43: Da bin ich voll auf die Schnauze gefallen.

00:24:45: Mehrfach.

00:24:46: Was hat dich dort gerettet?

00:24:49: Das Thema Echtheit.

00:24:52: Ja, es geht ja ... Also ich glaube, dass es im Leben vor allem darum geht, dass du echt bist und authentisch bleibst.

00:24:59: Und dein Leben lebst.

00:25:00: Nicht das Leben würden irgendwie im anderen auch nicht von jemandem, der du gerne sein möchtest, sondern der, der du bist.

00:25:06: Und je authentischer du als Lehrperson bist, desto mehr bekommst du zurück.

00:25:11: Und das Schönste ist jetzt, ich hatte vor zwei Jahren eine Hochzeit, also von einem der schlimmsten.

00:25:19: Also wirklich einem der allerschlimmsten.

00:25:22: Und gleichzeitig haben wir uns gemocht, der hat nur gestört.

00:25:25: Reingerufen, Sachen geworfen, dann rausgestellt, Rektor, alles ganze Programm.

00:25:31: Aber wir mögen uns, unglaublich.

00:25:34: Und er wollte dann, dass ich, der schlimme Fahrer, der ihn immer rausgestellt hat, seine Hochzeit macht.

00:25:40: Und

00:25:42: den kannst du nur von der Schule oder auch im Panformantunterricht?

00:25:46: Das weiß ich gar nicht, hab ich aus dem Konfigur gekennen, aber vor allem aus der Schule.

00:25:51: Der hat die ganze Karriere mit mir durch die Hauptschule durchgemacht.

00:25:54: Und das ist das schönste Zeugnis, dass wirklich was gewachsen ist, auch wenn es schwierig war.

00:26:00: Man hat sich aneinander gerieben, weil ich bei mir geblieben bin.

00:26:04: Das habe ich gelernt und das zeige ich nämlich, glaube ich, heute auch aus.

00:26:07: Ich bin bei mir und versuche auch jetzt den Begegnungen, die ich jetzt habe, immer bei mir zu sein und dem anderen auch ein echtes Gegenüber zu sein.

00:26:16: Jetzt bin ich für dich da.

00:26:18: Manche Mentoren sagen ja, dass man als Lehrer dazu da ist, auch ein Gegenüber zu sein, an dem sich die Leute auch abarbeiten dürfen.

00:26:26: Passt das so als Bild für das, was du erfahren hast?

00:26:29: Ja, mir war Meers Schule als Lernort so wahnsinnig wichtig.

00:26:32: Wir müssen Kinder und Jugendlichen sind bei mir verarsst, stehen an erster Stelle.

00:26:37: Und die müssen in die Gestaltung kommen, in die Kreativität.

00:26:41: Die müssen Freiräume haben, sich zu entfalten, sich auszuprobieren.

00:26:45: Lehrpersonen müssen ganz viel ermöglichen.

00:26:48: Das ist so mein Credo.

00:26:50: Und das passt genau dazu.

00:26:53: Also viel ermöglichen, aber auch Grenzen setzen.

00:26:56: Wir sind jetzt, also ich habe jetzt gerade eine Diskussion letzte Woche mit einem Zehntchester gehabt, der was nicht verstanden hat und dann ist er bei mir gelandet und dann sagt, ja, ich verstehe, was du meinst.

00:27:06: Du möchtest die völlige Freiheit, aber Schule ist nicht das System der völligen Freiheit.

00:27:11: Das kommt dann später.

00:27:12: Das kommt dann später, wenn überhaupt.

00:27:16: Und hat es ihn überzeugt?

00:27:18: Ja, das weiß ich jetzt nicht, aber es war ein guter Kontakt, sagen wir es mal so.

00:27:21: Und vielleicht ruft er dich auch an ein paar Jahren, wenn es um eine Hochzeit geht.

00:27:25: Das ist, glaube ich, jetzt weniger, der ist katholisch.

00:27:30: Aber der wollte gerne in der Evangelischen Religionsunterricht und das ist nicht so ganz einfach aus verschiedenen Gründen.

00:27:37: Manche sagen ja, es gibt sowas wie Kirche auf Augenhöhe.

00:27:41: Wie siehst du das?

00:27:42: Gibt es das?

00:27:43: Können wir was dazu beitragen als Theologinnen und Theologen?

00:27:46: dass das stattfindet, ist das etwas, was wünschenswert ist überhaupt?

00:27:51: Also ich würde das niemals so nennen, weil ich von der Jesusfremigkeit her komme und wenn ich mir die Jesus-Geschichten oder überhaupt mein Bild von Jesus im neuen Testament ansehe, was soll das anders sein?

00:28:04: Das ist ein Mensch gewesen, der Menschen als Mensch begegnet ist und da gab es nie Unterschiede.

00:28:15: Es gab keine Unterschiede, ob er jetzt ein Handwerker, Sohn ist und besser gestellt ist als ein Bauer, Bauer, ein Tochter oder sowas.

00:28:24: Und wenn ich jetzt mal auch so überlege, wem ich am meisten zu verdanke, das sind ja jetzt nicht die berühmten Leute.

00:28:32: Das sind ja jetzt auch nicht die Menschen, die Abitur gemacht haben, studiert haben.

00:28:38: Sondern wenn ich auf meinen beruflichen Weg sehe, dann verdanke ich ganz viel Menschen, die ... Ganz, ganz einfach gelebt haben.

00:28:45: Und wer fällt

00:28:46: dir dann noch ein von diesen Menschen?

00:28:49: Oma Meier zum Beispiel.

00:28:50: Oma Meier ist eine ganz einfache Frau eines Schreiners.

00:28:57: Und die hat halt den Haushalt geschmissen und die Firma so ein bisschen in der Buchhaltung nehme ich an.

00:29:02: Weiß ich gar nicht so genau, weil ich habe sie im hohem Alter kennengelernt und da war ich ein relativ junger Pfarrer.

00:29:07: Dann hat die zu mir gesagt, Pfarrer, eins müssen sich merken, die Liebe ist das größte.

00:29:14: Haben Sie sich gemerkt?

00:29:16: Ja, das ist für mich eine ganz... Und so ist die auch... Die war in ihrem Leben dann auch ein bisschen anders, aber die konnte einem Gutes weitergeben, wirklich so, den Kernpunkt.

00:29:27: Und ich glaube zu dem Thema Kirche auf Augenhöhe... Während für mich so die Punkte sind, ist Kirche bei den Kernpunkten des Lebens.

00:29:35: Also Religion kümmert sich um die Grundbedürfnisse von Menschen, getröstet sein, geliebt sein, vertrauen, hoffen.

00:29:45: Und sind wir dort?

00:29:47: Also sind wir bei den Menschen, dass das für mich ein Kern anliegen, auch meine Arbeit?

00:29:52: Und das hast du im Vicariat und im Fahramt erfahren, was eigentlich diese Bedürfnisse sind und wie sie sich ausdrücken.

00:30:00: durch die menschen mit denen du zu tun hattest.

00:30:03: ja aber das lerne bis zum heutigen tag.

00:30:05: also deshalb ich kann den beruf nur empfehlen weil das ist ein dauerlernen beruf weil ich erlern ja jeden tag andere kennen und großartige begegnungen und auch erschreckende begegnungen.

00:30:17: und das ist aber glaube ich letztlich in jedem beruf so wenn du dich nicht weiterentwickelst und immer fortentwickelst Dann bist du irgendwann nicht mehr so glücklich.

00:30:30: Menschen müssen Leben gestalten, damit sie auch in ihrer Energie bleiben.

00:30:35: Und das ist für mich wirklich täglich.

00:30:38: Ich hab heute schon.

00:30:40: Das

00:30:40: farmt als weites Lernfeld.

00:30:44: Ja, klar.

00:30:45: Du musst es halt auch annehmen.

00:30:47: Und dafür gehört auch, dass man sich nicht trotarbeitet.

00:30:51: Sondern, dass man dann auch wieder die Reaktion hat, dass ich dann wieder frei bin für eine Begegnung.

00:30:56: Menschen, die ununterbrochen im Tag sind, die sind nicht frei.

00:31:00: Also, Menschen müssen sich auch erholen dazu.

00:31:02: Das steht in der Bibel schon.

00:31:04: Es gibt den siebten Tag.

00:31:05: Der siebte Tag dient der Rekreation, der Erholung.

00:31:09: Und das ist gerade in meinem Beruf extrem wichtig, weil das ist anstrengend.

00:31:13: Wie hast du das gelernt?

00:31:14: Das kann man ja am Anfang nicht.

00:31:15: Du hast gesagt, im Vicariat, das war erst mal eine Herausforderung.

00:31:19: Da ist man auch hineingeworfen.

00:31:22: Wo hat dich das Leben wieder zurückgeholt?

00:31:26: Oder wo hast du Möglichkeiten entdeckt, wo du gesagt hast, da kann ich mich erholen?

00:31:33: Also das, ich glaube, das ist schon ein bisschen in mir von meinen Vorfahren mitgegeben worden.

00:31:40: Also mein Vater, der hat sehr viel gearbeitet.

00:31:43: Montag bis Freitag, wirklich bis in die Nacht oft und in anderen Positionen hat er quasi sieben Tage die Woche durchgearbeitet.

00:31:51: Aber es gab Zeiten, da war klar, Samstag und Sonntag, Spaß.

00:31:56: Ja, also für uns dann nicht unbedingt, denn es hieß Wandern zum Beispiel oder Bergsteigen oder irgendwo unterwegs sein und irgendwas anschauen.

00:32:07: Aber es war klar, hier wird nicht gearbeitet.

00:32:09: Und dann hat es Eis gegeben oder ein bisschen eingekehrt.

00:32:12: Es war natürlich für uns schon boah.

00:32:16: Und ich glaube, das wurde mir schon von meinen Eltern mitgegeben.

00:32:19: Das Leben besteht aus Arbeiten.

00:32:21: Und der Erholung auch von dem Schönen und den Erlebnissen.

00:32:25: Wir haben ganz viel.

00:32:26: Jetzt am Samstag haben wir eine Familienbegegnung wieder hier in München, von den Münchnern aus der einen Familie.

00:32:34: Das machen wir regelmäßig, weil es dazu gehört Feiern, Spaß haben, miteinander essen.

00:32:39: Und das zieht sich für mich durch.

00:32:40: Also ich bin gerne unterwegs, ich bin gerne, ich gehe gerne irgendwo hin, wo man neue Impulse kriegt, die aber nichts mit der Arbeit zu tun haben, in die Kultur oder in Konzerte oder in die Natur.

00:32:53: Also alles Schöne, herzlich willkommen.

00:32:56: Du bist ja in deiner jetzigen Rolle als Bischof viel unterwegs.

00:33:02: Wo siehst du etwas, wo wir etwas lernen können als Kirche in Bayern?

00:33:09: Also ... Wir sind eine Dauerlernorganisation und dementsprechend können wir überall was lernen.

00:33:15: Das Schönste bei uns ist natürlich, dass wir jetzt nicht nur in Bayern sind, sondern wir sind in Deutschland vernetzt, wir sind Europa vernetzt, aber vor allem sind wir weltweit vernetzt.

00:33:25: Und wenn du dir die weltweite Christenheit anschaust, wir haben immer voneinander gelernt.

00:33:31: Im Moment glaube ich sogar, dass sich da das Gewicht verschiebt und schon länger verschiebt, dass wir mehr von anderen Kirchen in anderen Ländern und Kontinenten lernen, als die so sehr von uns lernen.

00:33:45: Und das ist interessant.

00:33:46: Das ist total interessant, wenn du mit Christianin und Christen aus der weltweiten Christenheit zusammen bist.

00:33:53: Das sind spannende Begegnungen.

00:33:55: Was für eine Geschichte hast du dazu?

00:33:58: Ja, diese Geschichten hören ich auf, also ich habe in meiner Nürnberger Zeit, aber das zieht sich ja nicht durch mein ganzes Leben durch, hatten wir ja eine ganz enge Kontakte nach Tanzania.

00:34:11: Mein Dekanat dort, da war ich verantwortlich für eine Partnerschaft mit einer großen Bildungseinrichtung in Kidugala.

00:34:19: und die Begegnungen mit den Menschen aus Tansania und gerade mit dieser Bildungseinrichtung mit Schülerinnen und Schülern, die bei uns übernachtet haben.

00:34:29: Das hat mich

00:34:30: tief

00:34:30: geprägt.

00:34:30: Das hat in schon meiner Kindheit begonnen.

00:34:33: Wir hatten eine große Familie und da waren immer Menschen aus anderen Ländern da, die da mitgeholfen haben.

00:34:39: Wir erinnern mich an Kiki aus Griechenland, die einfach mal ein Jahr in Deutschland gelebt hat und die hat mit uns gelebt.

00:34:46: Das war regelmäßig bei uns.

00:34:48: Oder ich war letztes Jahr in Brasilien.

00:34:51: zu zweihundert Jahren lutterische Kirche in Brasilien, da kann man jetzt als Lutheraner in Bayern sagen, ja, zweihundert Jahre.

00:34:58: Und die haben auch ihre Themen, also auch ihre Themen mit der Sekularisierung, die da in Lateinamerika oder in Südamerika also echt brutal ist.

00:35:07: Wir denken immer da Südamerika, das ist die evangelische oder vor allem evangelikale Bubenregion, aber das verändert sich massiv.

00:35:17: Aber ... Wie die jetzt in ihrer Situation, im Grunde ist das ja ein Kontinent Brasilien, versuchen Lutteranen zu sein, das hat mich schwer beeindruckt.

00:35:29: Es sind ja auch oft andere Lieder, andere Arten, Gottesdienst zu feiern und so.

00:35:34: Ist das auch etwas, was Anregungen gibt oder wo du eher sagst, okay, das ist halt anders?

00:35:39: Naja, das ist schon lustig.

00:35:51: Das geht aber auch fröhlicher, oder?

00:35:54: Und das ist schon, wenn du natürlich in der weltweiten Christenheit unterwegs bist und dann in so einen luterischen Gottesdienst gehst, denkst du ja schon, hm?

00:36:03: Ja, wo ist denn eigentlich die Freude, über den Glauben an Jesus Christus hier zu spüren in unseren agendarischen Gottesdiensten?

00:36:13: Das ist für mich wichtig, dass Gottesdienste auch so eine Leichtigkeit haben, dass ich herausgehe aus einem Gottesdienst und das Gefühl habe, ich bin gestärkt, vielleicht ich schwebe sogar so ein bisschen, weil die Musik so schön war oder tolle Gedanken oder sowas.

00:36:28: Und deshalb lebst du also in Afrika, im Gottesdienst kommst du da nicht raus.

00:36:33: ohne ein bisschen zu schweben.

00:36:35: Also ich denke, das war ja jetzt oder verschwitzt vielleicht so ein Teil, weil du getanzt hast im Gottesdienst.

00:36:41: Aber es wäre auch etwas, was du dir auf die Fahnen schreibst oder was dir wichtig wäre für ein Gottesdienst, wenn du dabei bist.

00:36:48: Dieses Gefühl, da ist Freude, da ist Leichtigkeit, Kreativität und du gehst anders raus, als du reingegangen bist.

00:36:56: Ja, und so mache ich es auch, weil ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.

00:37:00: Nicht nur im Bibelangstrumpf sieht das, sondern auch Christian kommt.

00:37:03: Und ich sorge, ich habe jetzt die phoney mit Position, ich kann auch dafür sorgen, was ich jetzt, wenn ich Verkündigung predigt mache, dann muss das immer eine Form von Stärkung, Form von Tröstung und eine Form von Leichtigkeit auch haben.

00:37:20: Ich habe es auch gerne, wenn die Leute ein bisschen lachen, versuche auch Sprachbilder zu verwenden, die einen.

00:37:27: Jetzt sind wir keine afrikanischen.

00:37:30: Es ist eine andere Kultur, die feiern anders.

00:37:32: Ich war lange öfter viel verbunden mit Mali, weil meine Schwester dort gelebt hat.

00:37:38: Und wenn du da die Western-Feiern, die sechzehn Stunden dauern, das ist für uns jetzt schon auch herausfordernd als Deutsche.

00:37:48: Ich brauch's auch nicht unbedingt.

00:37:49: Aber da was aufzunehmen von der Art und Weise, wie die ... Also wirklich unmittelbar glauben, dass der Retter kommt.

00:38:00: Xavier is coming.

00:38:02: Das ist

00:38:03: für mich wichtig.

00:38:04: Das wurde an Silvester gefeiert, dass der Retter kommt.

00:38:06: Das wird dabei denen immer gefeiert, dass der Retter kommt.

00:38:09: Der ist ja immer da, wir sind ja immer gerettet.

00:38:11: Und diese Haltung, dass dein Leben sofort enden kann, aber der Retter ist da, das finde ich großartig.

00:38:19: Du hast viel von Begegnungen erzählt, die dich inspiriert haben, die dich bereichert haben.

00:38:25: Wann ist denn eine Begegnung mehr als nur ein Gespräch?

00:38:30: Was macht das besonders an diesen Begegnungen aus?

00:38:34: Ich glaube, wenn sich Menschen einander öffnen, das ist im privaten ja nicht anders als.

00:38:40: ich war jetzt gerade im Urlaub unterwegs.

00:38:43: Und ich war in England, weil da mein Neffe erlebt, den haben wir besucht.

00:38:47: und

00:38:47: dann haben wir noch Ereignis und du fährst in dem Land herum, kaufst irgendwo was ein und die Verkäuferin in einem pifigen Supermarkt in irgendeinem kleinen Dorf sagt zu dir, Herr Nee, kann ich noch was für dich tun?

00:39:01: Und du denkst ja... Das in neuen Titelsau würde ich auch gerne erleben.

00:39:06: Das erlebt man bei uns auch.

00:39:07: Aber dort erlebst du es reinmäßig.

00:39:10: Dass die Leute selbst in London beim Einkaufen sagen, was noch.

00:39:17: Das ist wirklich besonders.

00:39:22: Solche Begegnungen habe ich natürlich als Bischof dauernd.

00:39:28: Ich war gerade beim Trauergespräch und sitze dann vor diesem Seniorenheim und die Leute schauen mich an und sagen, das ist der schönste Tag meines Lebens.

00:39:41: Ich habe den Landesbeschaff getroffen.

00:39:44: Ich kenne die Leute ja nicht.

00:39:45: Und es entsteht so ein tolles Gespräch über ihre Leben und was sie jetzt hier hat.

00:39:53: Also ich glaube wirklich dort, wo Menschen ... sich öffnen einander und wirklich jetzt ganz da sind in dieser Begegnung.

00:40:00: Und das ist auch ein elementarer Teil deines Dienstes, dass du das mitnimmst, aber dass du das auch integrierst in die anderen Dinge, die du tun musst.

00:40:11: Ja, drunter machen wir es nicht mehr.

00:40:13: Nein, dafür ist es ja zu kostbar.

00:40:16: Ich würde sagen, das machen wir, versuchen wir auch in der Ausbildung zu vermitteln.

00:40:20: Das klappt nicht bei jedem Menschen.

00:40:21: Nicht jeder Mensch kann sich so öffnen.

00:40:23: Aber also, mir ist da die Zeit so kostbar.

00:40:26: Das sage ich ganz offen.

00:40:27: Ich treffe mich auch nur noch mit Menschen.

00:40:30: Wo das so ist und ich gehe jetzt auch ungern auf Veranstaltungen, jetzt klar, ich muss jetzt viel repräsentativ unterwegs sein, aber wenn da nichts passiert, dann gehe ich wieder.

00:40:39: Ja, und du kannst ja immer eine Ausrede, ja, so schnell an das Bischof, der hat wahnsinnig viel zu tun, der kann jetzt wieder gehen.

00:40:48: Nein, das ist für einen Anspruch natürlich an Kirche, Kirche ist dann Kirche.

00:40:53: Es gibt ein wunderbares Buch von Hans van der Geest.

00:40:56: Du hast mich angesprochen, du hast mich angesehen.

00:41:01: Und genau das ist Christen, ja, Kern des Christentums.

00:41:08: Wir begegnen einander, aber echt.

00:41:10: Und nicht verstellt.

00:41:11: Und wir müssen nicht irgendwie die ganzen Masken wie können fallen.

00:41:15: Das passiert aber,

00:41:17: das passiert sogar bei solchen Abendveranstaltungen, wo du hingehen musst.

00:41:20: Ja, reihenweise, ja klar.

00:41:22: Die Leute merken das ja.

00:41:24: Das merkst du ja auch.

00:41:25: Wer öffnet sich dir im Podcast?

00:41:28: Wer öffnet sich nicht?

00:41:29: Aber auch in den alltäglichen Begegnungen.

00:41:31: Ich hab das mit dem Supermarkt.

00:41:33: Ich liebe Supermarkt-Einkäufe, weil ich das so interessant finde.

00:41:36: Auch da begegnet ihr auch in München und Neun Dettelsau.

00:41:39: Begegnet ihr solche Menschen, wo wirklich in Sekunden was Schönes entsteht.

00:41:46: Wir hatten es ja auch von der Jugend und wie es ihr heute geht.

00:41:51: Wo siehst du die besonderen Herausforderungen für die Jugendlichen, denen du begegnest im Jahr twenty-fünfundzwanzig?

00:42:00: Die WHO hat in dieser Zeit jetzt gerade eine Untersuchung herausgebracht, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen weltweit bei allen Menschen, aber vor allem bei den Jugendlichen, weltweit extrem zunehmen.

00:42:16: Und das hat ja Gründe.

00:42:18: Das hat Gründe, die haben mit der Finanzkrise ganz stark begonnen, dann die ganzen Migrations-Kriegsgeschichten im Nahen Osten, die schon in den Zehner Jahren so stark waren, dann natürlich die Pandemie.

00:42:32: Es gibt viele Gründe, die das Leben im Moment extrem belasten.

00:42:36: Also auf die Frage, ob sie Hoffnung haben für die Zukunft, sagen viele junge Menschen eher nicht.

00:42:42: Und das

00:42:43: muss

00:42:44: für eine Organisation wie unsere, letztlich für alle Organisationen, für alle Regierungen ein Wegruf sein.

00:42:52: Wir investieren hier in Bayern ganz viel energiederen junge Menschen, Kinder schon, aber Jugendliche, aber auch junge Erwachsene, bei ihren Hineinwachsen in ihre Selbstständigkeit bestmöglich zu begleiten.

00:43:06: Da muss Ganz viel Energie hin.

00:43:08: Ich bin am Schieben, am Schieben, am Schieben.

00:43:11: Und viele andere auch.

00:43:12: in der Konfi-Arbeit haben wir so viel jetzt schon auf den Weg gebracht.

00:43:16: Gott sei Dank, seit vielen Jahren.

00:43:18: Jetzt spricht kaum noch jemand von Konfi-Unterricht.

00:43:21: Manchmal schon noch, aber das kriegen wir noch raus, sondern dass das so eine Lernzeit ist, in denen sie ihre Persönlichkeit stärken, in dem sie auch ihr Gruppengefühl stärken.

00:43:31: oder auch junge Erwachsene bestmöglich zu integrieren, wie können die mitbestimmen?

00:43:37: Das ist die ganze Frage mit dem Freiwilligendienst, mit dem Wehrdienst.

00:43:41: Die müssen da mitreden.

00:43:43: Wir brauchen da voren, wo darüber diskutiert wird.

00:43:47: Was ist der Beitrag von dir, von dir, jungen Mensch, aber auch von den älteren Menschen zum Ganzen in der Gesellschaft?

00:43:54: Zum Ganzen der Gesellschaft.

00:43:56: Aber so, dass sie auch Hoffnung haben können, wäre das ein Ziel?

00:44:00: Oder eine Ausrichtung, ein Auftrag, dass man sagt, wir nicht, dass wir sie ihnen geben könnten, aber das wäre das Ziel, dass sie auch Hoffnung haben können im Hinblick auf die Zukunft.

00:44:11: Ja, hallo.

00:44:12: Logo, natürlich.

00:44:14: Das ist ja unser Auftrag.

00:44:16: Ich kann es jetzt für mich sagen, der Christi hier glaube, ich erlebe das als religiöser Mensch ganz stark, der trägt mich.

00:44:24: Und zwar, also bei mir stirbt die Hoffnung nie.

00:44:27: Ich habe auch viele Fragen an die Politik.

00:44:30: oder an das, was wir im Moment hier diskutieren über Menschen, über Menschen aus anderen Ländern.

00:44:35: Da bin ich entsetzt von vielen Äußerungen.

00:44:38: Aber meine Hoffnung, dass wir miteinander das schaffen werden, mit Gottes Hilfe, die nimmt mir niemand.

00:44:46: Und das ist mir das Wichtigste, dass Kinder und Jugendliche wissen, ich habe einen begrenzten Bereich.

00:44:52: Ich kann nicht auf alles Einfluss nehmen, aber in diesem begrenzten Bereich, da tue ich alles dafür, dass es mir ... und den Menschen um mich herum möglichst gut geht.

00:45:01: Wie würde denn ein freiwilligem Dienst aussehen, der das als zentrales Thema hat?

00:45:10: Ja, jetzt sind wir beim Herausfordern ein Thema, weil du mit jemandem sprichst, der halt ja an davon redet, dass die Abschaffung des Wehrdienstes oder die Aussetzung des Wehrdienstes und des Zivildienstes ein Fehler war.

00:45:22: Ich halte das für ein... strategischen gesellschaftlichen Fehler.

00:45:26: Und zwar gar nicht unbedingt, weil ich sowieso davon überzeugt bin, dass es eine Verteidigungsfähigkeit braucht in allen Ländern der Erde, auch in unserem Land.

00:45:35: Ich habe das auch nicht vorher gesehen mit der Grimm.

00:45:37: Ich hätte mir das nicht vorstellen können, aber dass es im Menschen was Böses gibt, dazu muss man nur in die Genesis, ins dritte Kapitel schauen.

00:45:45: Das ist eine Beschreibung genau der Zustände, die Menschen auch in sich tragen und die können jederzeit aufbrechen.

00:45:51: Also wir nennen es die Sünde, das Übel, das Böse.

00:45:55: Und das ist aber nur der eine Grund, der andere.

00:45:59: Ich bin natürlich im sozialen Bereich aufgewachsen.

00:46:01: Ich bin in einer Klinik aufgewachsen.

00:46:03: Da war ich als Jugendlicher, hab da ganz viel mitgeräuschen und getan.

00:46:07: Ich glaube, es ist total wichtig zu kapieren, als junger Mensch, es gibt auch andere.

00:46:12: Wir sind in einer total individualisierten Gesellschaft.

00:46:15: Die Leute schauen mehr in Social Media als zu ihrer Nachbarin.

00:46:19: Und das ist keine reale Welt.

00:46:21: Das sind Menschen, die sich da toll darstellen, hübsch aussehen, dauernd im Urlaub sind, fantastische Faltenfreiheit haben.

00:46:29: Aber das ist nicht die normale Welt.

00:46:31: Aber das ist die normale Welt.

00:46:32: Und die ist hier überall.

00:46:33: Die ist in den Schubeln, die ist in den Pflegeeinrichtungen, die ist in den Krankenhäusern, die ist auch bei der Bundeswehr.

00:46:39: Dass ich die kennenlernen kann.

00:46:41: Dies kann auch im Umweltverband sein.

00:46:43: In den politischen Parteien, das ist wichtig.

00:46:47: Und man hört ja auch von vielen Leuten, die zum Beispiel Sozialarbeiter geworden sind, weil sie Zivildienst geleistet haben.

00:46:52: Also man kommt ja rein in die Gesellschaft auch dadurch, dass man was tut, würde Ähnliches auch für die Bundeswehr gelten?

00:47:00: Ich glaube, das ist eine ganz theoretische Frage.

00:47:04: Man weiß es nicht.

00:47:05: Ich selber habe auch Währdienst gemacht.

00:47:08: weil ich ja in so einer Zivildienstorganisation groß geworden bin und da, ich hatte da so die Schnauze voll davon von diesen Zivildiensten.

00:47:15: Ich habe da sehr viel selber mitgearbeitet.

00:47:17: und was die dann abends so gemacht haben, das hat mich so abgetannt, dass ich damals entschieden habe, ich bin ein neugieriger Mensch, ich schaue mir das mal in der Bundeswehr an.

00:47:28: Was ich damals gelernt habe, das ist jetzt schon überschaubar, das muss man sagen.

00:47:32: Und gleichzeitig war das für mich einfach eine Reihe für Zeit.

00:47:35: Also in so einem System zu sein, der so derartig fremd ist, wie in so einer Befilzorganisation.

00:47:41: Das war für mich schwierig.

00:47:44: Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch.

00:47:47: Und gleichzeitig im Rückblick würde ich sagen, das war eine wahnsinnig fast ein bisschen eine Meditationszeit für mich, in der ich darüber meditiert habe, was will ich eigentlich mit meinem Leben machen.

00:47:57: Und ich hab natürlich mitbekommen, dass sehr viel Unterschiedlichkeit im Leben ist.

00:48:01: In so einem bundeswerter Leben sehr unterschiedliche Menschen.

00:48:05: Das erhöht deine Diversity-Freundlichkeit.

00:48:07: Das sind alle da.

00:48:09: Und die verhalten sich dann halt auch.

00:48:11: Du kriegst dann da mit, da bist du acht in so einem Zimmer.

00:48:13: Da kriegst du Dinge mit, die du niemals mitkriegen wolltest.

00:48:18: Und das ist vielleicht aber auch wünschenswert für junge Menschen, dass sie das mal erfahren.

00:48:23: Ja, also ich bin schon der Meinung, dass dieses ganze Thema Freiwilligkeitsdienst total wichtig ist.

00:48:29: Das hilft uns ja jetzt auch.

00:48:31: Wir haben freiwillige Dienste, die wir als Kirche, als Mission, eine Welt, als evangelische Jugend total unterstützen.

00:48:41: Und das ist eine, also die, für mich sind am bewegendsten die Berichte von jungen Menschen, die im Ausland waren.

00:48:48: Und aus meiner Familie waren quasi alle im Ausland und haben dadurch nochmal eine ganz andere Sicht auf die Welt bekommen.

00:48:58: Wenn du heute achtzehn wärst, was würdest du machen?

00:49:02: Noch mal Wehrdienst, oder?

00:49:04: Ich würde auf jeden Fall Ziviliens machen.

00:49:07: Da gibt es so große spannende Orte.

00:49:11: Das würde mich reizen.

00:49:13: Ich habe kürzlich vom Bund Naturschutz ein tolles Projekt gehört, wo die an der Nordsee arbeiten.

00:49:20: Das klang großartig.

00:49:22: Aber ich finde jetzt auch Krankenhaus und Pflegeheim oder Rettungsdienst dort als Ziviliensleisten damit zu arbeiten.

00:49:32: Da lernst du was fürs Leben.

00:49:35: Als Landesbischof trägst du ja große Verantwortung.

00:49:38: Und wie man hört, machst du es mit Begeisterung.

00:49:43: Was gebt dir halt, wenn mal die Begeisterung nicht sehr groß ist?

00:49:50: Also, der liebe Gott, mein, also ich bin ja dauernd immer, regelmäßig.

00:49:57: Und natürlich die Menschen, die mich mögen.

00:50:01: Also meine Familie, meine Frau, meine Tochter.

00:50:05: Die Enkelkinder sind very in love with Grandmothers und natürlich Freundinnen und Freunde.

00:50:14: Wir haben es in einem großen Netzwerk drin und die finden es ja auch ein bisschen lustig, dass ich jetzt da ausgerechnet der Christian Korp aus Regensburg, dass der ausgerechnet landesbischof geworden ist.

00:50:29: Das ist auch, wir haben auch eine gewisse Heiterkeit da im Leben.

00:50:32: Was gibt dir das, wenn du weißt, dass es Leute gibt wie Oma Meier und andere, die für dich beten?

00:50:39: Das ist wunderschön.

00:50:41: Also, ich hab das ja in meinem Leben tausendfach gehört.

00:50:45: Ich bete für sie, oder?

00:50:47: Sie sind in meinem Abendgebet, schreiben mir viele Menschen.

00:50:49: Das ist natürlich unglaublich.

00:50:52: Und gleichzeitig schreibe ich sie auch vielen, weil viele Menschen in meinem Abendgebet sind.

00:50:57: Und regelmäßig.

00:50:58: Und es wechselt auch immer wieder.

00:50:59: weil es gibt viel zu beten in der Welt.

00:51:03: Das ist eine Gemeinschaft, wo man auch füreinander da ist.

00:51:06: Ja, wir sind ja eine riesige Gemeinschaft der Beten, denn weltweit, das ist immer bei internationalen Begegnungen am berührendsten, wenn du das merkst, boah, mir sind so viele auf dem Planeten.

00:51:17: Das sagt man ja manchmal vor dem Vater unser, gemeinsam mit der Christenheit aller Zeiten.

00:51:25: Das ist ja auch etwas, was man vielleicht nicht immer so vor Augen hat, wenn man im Dorf X ist, aber gerade durch diese internationalen Sachen, merkt man das deutlicher.

00:51:35: Wie hat sich das eigentlich deine Tätigkeit ausgewirkt auf die Art und Weise, wie du Gottesdienste wahrnimmst?

00:51:43: Meine Landesbischofstätigkeit, meinst du?

00:51:47: Naja, durch diese Arbeit, die ich mache, bin ich jetzt natürlich der Experte für guten Gottesdienst.

00:51:57: Also berührenden Gottesdienste nenne ich es gerne, weil es gibt ja niemanden, ja so viele verschiedene Gottesdienste erlebe ich.

00:52:05: Also und zwar deutschlandweit, weltweit, das ist schon erstaunlich und ich weiß jetzt heute noch genauer worauf es ankommt.

00:52:15: Also bist du wirklich begrüßt oder wird da vorne was vorgelesen oder wird da gebetet.

00:52:24: Du hörst es ja heute.

00:52:25: Also ich bin jetzt natürlich sehr geschult in meiner Tätigkeit.

00:52:28: zu hören und auch zu sprechen.

00:52:31: Wir haben regelmäßig Trainings gestern erst wieder.

00:52:35: Sprech-Trainings.

00:52:37: Ja, also Ausdrucks-Trainings.

00:52:38: Ich war gestern im Bayerischen Rundfunk und da werde ich dann hergenommen, und zwar von unseren Leuten, die dann sagen so, jetzt wird das berührend an den Hörer gesprochen.

00:52:47: Und dadurch habe ich ein feines Gespür dafür.

00:52:51: Predigt da jemand oder ließ da jemand?

00:52:54: Ist da jemand in der Predigt drin?

00:52:56: Ist das seine Predigt oder ist das irgendeine Predigt?

00:53:00: Und wir wissen halt aus der ganzen Forschung, nur das kommt an, was durch dich durchgegangen ist.

00:53:08: Man kann das auch im Radio, ein Sprecherin im Radio, ist die im Text.

00:53:12: Oder liest ihr was vor?

00:53:14: Ist jemand authentisch?

00:53:16: Ja, oder ist die wirklich... Dazu müssen wir nicht unbedingt authentisch sein, sondern du musst

00:53:19: drin sein,

00:53:20: ja?

00:53:21: Du musst in dem GB drin sein, du musst in den Menschen drin sein für dich, du musst jetzt an die denken, ja?

00:53:27: Ein Radio ist das ja wunderbar, merkst du, spricht der zum Hörer oder zu sich?

00:53:34: Und du kannst das noch besser umsetzen als noch vor anderthalb Jahren.

00:53:38: Ja, also ich hab das ja vorhin gesagt, das ist eine totale Schule.

00:53:43: Ich bin jetzt in einer steilen Lernkurve als Landesbischöf.

00:53:46: Ich kann das nur empfehlen, wenn man jetzt wirklich mal richtig alles lernen oder sehr viele Lernerfahrungen machen, dann werden Sie Landesbischöfin.

00:53:54: Das ist doch ein guter Tipp.

00:53:57: Stell dir vor, du hast einen Tag nur für dich.

00:54:00: Auch nicht unbedingt immerholen, einfach für dich.

00:54:02: Keine Termine, kein Druck.

00:54:05: Was würdest du machen?

00:54:07: Da habe ich so wahnsinnig viele Ideen, dass wir da nicht fertig werden.

00:54:12: Also wenn ich jetzt ganz alleine wäre, Favorit wäre wahrscheinlich mit meiner Frau was zu machen, weil das immer wahnsinnig schön ist, zu zweit was zu erleben und das auch in Resonanz zu haben.

00:54:22: Dann heißt das entweder Berge.

00:54:24: Wenn's Wetter schier ist, dann bergeln.

00:54:27: Wenn's Wetter gut ist, ist es auch schön mit einem Gravelbike oder einem Rennrad oder einem irgendeinem Fahrrad.

00:54:32: Einfach stundenlang unterwegs zu sein und schöne Sachen.

00:54:37: Oder auch schwimmen gehen, ja.

00:54:40: Aber das sind tausend Dinge.

00:54:41: Man könnte ins Kino gehen, man könnte ins Museum gehen.

00:54:44: Es sind leider... Also ich interessiere mich für sie sehr, sehr, sehr viel.

00:54:48: Und da habe ich sofort Bilder vom Augen.

00:54:54: Wie würdest du das, was du gerade ausgedrückt hast, als Lebensmotto zusammenfassen?

00:54:59: Naja, also bei dem Lebensmotto bin ich ganz stark beim Jesus-Gebot.

00:55:05: Und es ist ein christlich- jüdisches Gebot, das aus Gott lieben und deinem nächsten, wie dich selbst.

00:55:12: Und genau diese drei Elemente, die sind mir, wird ja oft als Doppel-Gebot genannt, ich finde es ist ein Dreifach-Gebot.

00:55:19: Also die Gottesliebe, so kann man es natürlich dann sagen, hat zur Folge dass du dich selber liebst und die anderen.

00:55:27: Und diese, wenn du dich in diese Oma Meier, die Liebe ist das Größte, wenn du dich in diese Liebe hineinstellst, das sind super Voraussetzungen für ein gutes Leben.

00:55:40: Zum Schluss möchte ich dir drei Fragen vorlegen, von denen du eine beantworten darfst, obwohl ich schon ade, in welche Richtung es gehen wird.

00:55:49: Das ist ja ein Wofür bist du gerade besonders dankbar.

00:55:54: Erste Frage, was macht dich nachdenklich?

00:55:58: Oder was gibt dir Hoffnung für dich und für die Kirche, für die Jugendlichen?

00:56:06: Ich würde die letzte Frage nehmen.

00:56:08: Mir gibt Hoffnung, dass Gott immer da ist und dass du das spüren kannst, dass Gott immer da ist und dass es Menschen gibt, die das spüren, die nämlich mit Gott leben und seine Hoffnung.

00:56:22: in die Welt tragen.

00:56:24: Das spüre ich jeden Tag, das erlebe ich jeden Tag und das tue ich auch jeden Tag.

00:56:32: Vielen Dank, Christian, für das schöne Gespräch.

00:56:34: Herzlichen Dank.

00:56:54: Dieses Format wurde gemeinsam mit meiner Kollegin Katrin Bauer entwickelt.

00:56:57: Hast doch Tu Lust auf ein Horizontwechsel?

00:56:59: Oder kennst du jemanden, der oder die über den Teller anschauen möchte?

00:57:03: Wir suchen euch unser Team für ein Einsatz weltweit oder in Bayern, für kürzere oder für längere Zeit.

00:57:08: Aber auch mit einer Spende kannst du etwas bewirken.

00:57:10: Ihr findet uns auf Instagram, Facebook und unter mission-einewelt.de.

00:57:15: Schreibt doch gerne einen Mail an podcast.mewe-mission-einewelt.de.

00:57:29: Dieser Podcast wird produziert von Portstars.

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