Wenn ein Herzensprojekt endet – Katrin und Sung im Gespräch über Horizontwechsel
Shownotes
In dieser Sonderfolge von Horizontwechsel spricht Host Sung mit Katrin Bauer, die den Podcast von Beginn an begleitet hat. Als Leiterin des Podcast-Bereichs bei Mission EineWelt war sie meist im Hintergrund tätig und hat dafür gesorgt, dass aus Gesprächen veröffentlichte Folgen wurden.
Gemeinsam blicken Sung und Katrin auf die Zeit mit Horizontwechsel zurück. Sie sprechen über die Arbeit hinter den Kulissen, über Verantwortung im Umgang mit persönlichen Geschichten und darüber, was es bedeutet, einen Podcast gemeinsam zu entwickeln und zu einem Abschluss zu bringen. Außerdem geht es um Rollenwechsel, Lernprozesse und um die Frage, was von Horizontwechsel bleibt. Zum Schluss gibt Katrin einen Ausblick auf das neue Podcast-Projekt "Losgelassen".
Hast auch du Lust auf einen Horizontwechsel? Dann schreib uns an: podcast.mew@mission-einewelt.de
Weitere Informationen findest du unter: https://mission-einewelt.de/
Produziert von Podstars by OMR.
Transkript anzeigen
00:00:01: Katrin, was möchtest du den Menschen sagen, die uns zwei Jahre lang begleitet haben?
00:00:08: Wow, was für ein Abenteuer.
00:00:10: Und es geht hier für dich als Leiterin der Abteilung Podcast weiter.
00:00:15: Es wird einen neuen Podcast geben bei Missions eine Welt.
00:00:19: Wie viel darf man schon verraten?
00:00:20: Da kann ich schon alles dazu verraten.
00:00:30: Willkommen zu einer ganz besonderen Folge von Horizontwechsel.
00:00:34: Heute drehen wir den Spieß um.
00:00:36: Ich spreche nicht mit einem Gast, sondern gewissermaßen direkt aus der Herzkammer des Podcasts Horizont wechseln.
00:00:43: Mit mir im Studio ist endlich Katrin Bauer, den den Bereich Podcast bei Mission Eine Welt leitet.
00:00:50: Sie hat jede Folge begleitet, geprüft und schließlich veröffentlicht.
00:00:54: Schön, dass du da bist, Katrin.
00:00:56: Danke schön.
00:00:56: Hallo, Son.
00:00:58: Katrin, heute das erste Mal im Podcast zu hören.
00:01:02: Wie fühlt sich das an?
00:01:04: Es ist wirklich ungewohnt, denn normalerweise halte ich ja die Fäden im Hintergrund zusammen, aber es wird sich auch richtig gut an.
00:01:15: Der Podcast war ja zwei Jahre ein echtes Herzensprojekt für mich und heute mal selbst vor dem Mikro zu sitzen ist gar nicht so schlecht.
00:01:24: Lampenfieber?
00:01:25: Natürlich.
00:01:26: So, was hat dich damals an die Idee von Horizontwechsel besonders gereizt?
00:01:33: Ja, damals bist du auf mich zugekommen mit dieser Idee, das über Fundraising mitzumachen.
00:01:40: Und ich fand das so spannend, weil ich davor schon anderen Podcast gemacht habe und es sich da gezeigt hat, dass es eigentlich ziemlich schwierig ist, mit einer Idee reinzugehen, die eher so als Theologe am grünen Tisch ausgebrütet worden ist.
00:02:00: Und ich fand das so spannend, wie das dann an Dynamik gewonnen hat.
00:02:04: Aber erzähl du doch mal die Geschichte hinter Horizontwechsel, wie sie sich von dir zeigt.
00:02:09: Ich wollte ... einen Podcast, wo Menschen, die bei Mission eine Welt arbeiten oder in unserem Partnerkirchen mit uns unterwegs sind, dass sie eine wirkliche Stimme bekommen, dass ihre Geschichten gehört werden, so wie sie sind, dass sie, dass wir einen Raum für die Menschen schaffen, dass sie sich hier wohlfühlen können, dass ihnen hier mit Respekt, Wärme und echter Neugier begegnet wird.
00:02:41: So ein richtiger Laber-Podcast mit ganz viel Herz.
00:02:45: Ja, ich kam ja so eher von den Missionary-Kids her, also Leuten, die als Missionarskind in einem anderen Land aufgewachsen sind und sich dann in Deutschland immer ein bisschen fremdgefühlt haben.
00:02:58: Das fand ich ganz spannend und dass diese Idee dann auch zudem gepasst hat, was du dir vorgestellt hast.
00:03:06: Das war, glaube ich, das Besondere an dem Podcast.
00:03:09: Das stimmt.
00:03:10: Das haben wir, glaube ich, ganz gut hinbekommen.
00:03:12: Für mich war das Besondere, dass wir ausgehend von dieser Idee vieles entwickelt haben.
00:03:19: Erst angestoßen haben, zum Beispiel diesen Podcast-Raum hier.
00:03:23: Und ich weiß noch, das war ja mal eine Abstellkammer, oder?
00:03:27: Das stimmt.
00:03:27: Das war eine Abstellkammer für Stühle.
00:03:31: Und jetzt ist es ein wunderschöner Raum geworden, in dem sich unsere Gäste, aber auch wir, sehr wohl fühlen.
00:03:39: Ich hab gehört, das ist einer der besten Räume hier bei Mission Eine Welt mittlerweile.
00:03:44: Ja, könnte stimmen.
00:03:46: Und ich erinnere mich daran, dass ich mal eine alte Enzyklopädie holen sollte als Schallschutz.
00:03:55: Und die steht jetzt hinter mir und schaut immer noch gut aus.
00:04:00: Also da haben wir einfach was entwickelt.
00:04:04: damit ein gutes Gespräch möglich ist.
00:04:07: Wie würdest du es beschreiben?
00:04:08: Irgendwas zwischen Wohnzimmer und Konferenzraum?
00:04:15: Naja, einfach ein Ort, der... Gastlichkeit, einfach ein Ort, wo sich die Menschen wohlfühlen.
00:04:24: Ich glaube, es ist egal, ob es ein Wohnzimmer ist oder ein Konferenzraum.
00:04:29: Man kann einen Raum so gestalten, dass sich die Leute wohlfühlen, weil viel Wärme und Liebe drinsteckt.
00:04:36: Und ich finde es ja auch ganz faszinierend, wie viele Sachen aus den Partnerländern hier aufgehängt sind oder aufgestellt.
00:04:44: Manchmal laufe ich ja so durch und denke mir, wow.
00:04:47: Eigentlich viele Dinge zu entdecken.
00:04:49: Na ja, das ist ja das Schöne bei Mission Eine Welt, dass wir so viele Dinge aus den Partnerkirchen haben, die uns anvertraut wurden.
00:05:01: Ja, und ich finde, das macht ja unser Haus, unser Werk aus.
00:05:06: Und das kann man auch zeigen.
00:05:08: Hier ist die Welt zu Hause.
00:05:11: Katrin, du bist ja ein wirklicher Podcast-Junkie.
00:05:15: Ist es dir eigentlich immer leicht gefallen, die Folgen von Horizontwechsel freizugeben?
00:05:20: Naja, ich saß ja hier schon während der Aufnahme dabei.
00:05:25: Und das ist doch ganz toll, wenn man sowas freigeben darf, wenn man das als zweite Person hört, nach der Person, die es geschnitten hat.
00:05:37: Und ja, diese Verantwortung da aber auch hat und mitentscheiden kann oder ... Ja, freigibt, ob es ja so gut ist.
00:05:47: Und dass einen die Menschen aber auch vertrauen, hey, du magst das, du wirst aufpassen, dass ich hier gut rüberkommen werde.
00:05:56: Und das ist schon besonders.
00:05:59: Also ich fand es schon sehr gut.
00:06:02: Ich war immer dankbar, dass ich nicht meine eigene Stimme selber hören musste, sondern dass du das freigeben konntest.
00:06:08: Das hat es mir
00:06:09: leicht gemacht.
00:06:10: Da bin ich aber gespannt, wer jetzt diese Folge abhört und freigibt.
00:06:15: Bei mir geht's genauso.
00:06:17: Aber das bekommen wir schon hin.
00:06:19: Ja.
00:06:19: So, gab's für dich einen Moment, in dem dir klar wurde, dass hier ist einfach mehr als neuen Podcast.
00:06:28: Ich muss erst mal dazu sagen, dass ich eigentlich kein großer Podcast-Hörer bin.
00:06:33: Ich höre Podcast nur, wenn ich ein bestimmtes Projekt habe oder was Besonderes lernen möchte.
00:06:40: Und deswegen fand ich, dass eine unglaubliche Reise auch mal zu erleben, was so hinter den Kulissen eines Podcasts passiert.
00:06:50: Und da merkt man das erst hinterher.
00:06:53: Also als zum Beispiel Jack O'Ram mal hier in diesem Podcast Traum bei uns saß und erklärt hat, was die Bilder bedeuten, die uns umgeben und wir hatten uns das noch nie so klar gemacht, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
00:07:07: Das sind ja einzigartige Originale von Matthias Kawage.
00:07:12: Und ich hab das dann später mit einem anderen Kollegen besprochen, der sagt, ja genau, so ist es.
00:07:16: Das ist die Geschichte vom verlorenen Sohn.
00:07:19: Passt ja eigentlich auch ganz kurz in unserem Podcast.
00:07:22: Das war so ein Moment, wo ich gemerkt habe, da pass jetzt so viel mehr als, dass wir nur ins Gespräch kommen über die Geschichten von den Menschen, sondern da wird das ganze Haus neu zum Leben gebracht.
00:07:37: Und für mich war natürlich ein ganz besonderes Highlight als wir ins Tonstudio nach Hamburg gefahren sind und da die erste Aufnahme gemacht haben, da habe ich ganz schön gezittert und gemerkt, mensch, so läuft
00:07:50: es.
00:07:52: Ja, das Tolle ist ja, wenn man wirklich von Profis lernen darf und so tolle Dinge mit den Profis auch erleben kann und gemeinsam gestalten kann.
00:08:04: Es war schon wirklich eine besondere Sache.
00:08:07: Das war ja auch ein ziemliches Wagnis, das überhaupt auf die Beine zu stellen.
00:08:11: So machst du es immer, oder?
00:08:13: Naja, klar, eine tolle Idee haben, das weitergeben.
00:08:17: Ähm, ja, vorzustellen, gutes Konzept haben und dann sich gute Leute suchen, mit denen man sowas dann auf die Beine stecken kann.
00:08:26: Muss man sich ja auch absegnen lassen.
00:08:29: Und das hat auch gut funktioniert.
00:08:30: Auf jeden Fall.
00:08:32: Hinter einer fertigen Folge steckt ja viel Arbeit im Hintergrund.
00:08:36: Und ich glaube, es wäre für unsere Hörerinnen einfach mal interessant zu erfahren, Was du alles machen musst, bis die Folge an er geht.
00:08:46: Na ja, also es wird schon ziemlich lange gelistet.
00:08:50: Abgesehen davon, dass wir uns erst mal dafür entscheiden müssen, wen laden wir überhaupt ein, geht es dann darum, dass die Gäste dann auch wirklich angeladen werden.
00:09:01: Dann gibt es Vorgespräche mit den Gästen.
00:09:04: Wir erstellen Leitfaden.
00:09:07: dann die Begleitung der Aufnahme, die Schnittabnahme, was wir gerade schon gehört haben, die Veröffentlichung, die Texte, die Bilder und die Bewerbung.
00:09:17: Also da ist einiges zu tun, aber es ist halt auch eine tolle Mischung aus Gastgeberin, Redakteurin, dass ich alles organisieren kann und dann natürlich ganz viel Herz.
00:09:29: Da hast du noch mal was ganz Eigenes gefunden, oder?
00:09:32: Ja.
00:09:34: Was Spaß macht, was aber auch ein tolles Ergebnis ist, weil wir hören wirklich ganz, ganz tolle Geschichten unserer Gäste.
00:09:44: Und es ist auch eine sehr gute Werbung für Mission eine Welt, weil man wirklich sieht, wer sind die Menschen hinter Mission eine Welt?
00:09:52: Wir sind nicht eine... Organisation, eine gesichtlose Organisation, sondern wir sind eine Organisation mit tollen Menschen, die hier arbeiten und tolle Dinge bewegen.
00:10:06: Es sind ja viele tolle Menschen, aber die Gäste zu finden, die gut passen und die dann auch noch kommen, ist ja eine eigene Kunst.
00:10:13: Was gibt es da zu erzählen?
00:10:17: Ich bin gut vernetzt und höre auch hin.
00:10:20: kann gut beobachten, wo spannende Geschichten auftauchen.
00:10:25: Im Haus oder in den Partnerkirchen oder Menschen, die mit uns verbunden sind.
00:10:31: Und dann pass ich eben auf.
00:10:34: Wer kann gut erzählen?
00:10:36: Wen würden unsere Hörerinnen gerne hören und wirklich kennenlernen?
00:10:42: Und dann besprechen wir das.
00:10:44: Und dann gehen ich auf die Menschen zu.
00:10:47: Wir haben auch immer darauf geachtet, dass die Leute aus den verschiedenen Regionen kommen oder diesen zugeordnet sind, wo sie unterwegs waren oder wo sie herkommen.
00:10:58: Gab's dafür dich eine Überraschung?
00:11:00: Nein.
00:11:04: Es gab keine Überraschung für mich, weil das für mich nichts mit den Ländern zu tun hat oder wo sie herkommen, sondern die ... Überraschung an sich ist die Person selbst.
00:11:18: Also, wie herzlich sie ist, wie gerne sie erzählt, wie weit sie aufmachen kann.
00:11:25: Das war der Spannende, hier in dem Raum zu sitzen, euch beiden zuzuhören und so melken, wenn die Person dann wirklich aufmacht.
00:11:35: Also, ja, ungeschützt erzählt und ... Ja, voller Freude und Begeisterung sich auf dieses Gespräch einlässt.
00:11:43: Da kamen wirklich ganz oft auch Dinge heraus, wo uns die Leute danach erzählt haben, das hab ich noch nie erzählt.
00:11:52: Und das ist eine Gabi von dir, dass du den Leuten gut zuhören kannst und gut nachfragen kannst, sodass sie wirklich Dinge erzählen, die sie noch nie erzählt haben.
00:12:05: Ich glaub, das hat sich bei mir auch erst im Laufe der Zeit entwickelt.
00:12:09: Und ich habe dann erst gesehen, Mensch, ich höre nicht nur wahnsinnig gerne zu, sondern ich versuche so Fragen zu stellen, dass die Leute was erzählen können.
00:12:21: Und das musste ich erst lernen.
00:12:22: Ich glaube am Anfang war ich auch noch so beschäftigt damit.
00:12:25: Wie klingt meine Stimme?
00:12:27: Ich freue sogar bei einer Sprachtrainerin, wasch bei einer Sprechtrainerin und habe gefragt, welche Übungen ich machen muss, damit ich deutlich genug rede.
00:12:38: Und später habe ich es viel wichtiger gefunden, die Leitfäden zu arbeiten.
00:12:43: Da kriegt man ja so ein Gefühl dafür.
00:12:45: Was kann man fragen?
00:12:46: Welche Stationen sind wichtig und worauf läuft es hinaus?
00:12:51: Und für mich war es total schön zu entdecken, dass es ein paar Fragen gibt, die sehr gut zur Mission eine Welt passen.
00:13:01: die aber noch mal einen ganz anderen Horizont öffnen, als das, was ich mir vielleicht so theologischerweise vorgestellt hätte.
00:13:08: Zum Beispiel die Frage, wofür würdest du diesen Betrag gerne spenden?
00:13:14: Da tut sich noch mal was ganz Eigenes auf.
00:13:18: Ja, das war ja die Fundraising-Frage.
00:13:20: Und für mich ist das ganz wichtig natürlich, weil die Menschen hier ... ganz viel erzählt haben, die Hörerinnen dann auch Vertrauen aufgebaut haben.
00:13:35: Und wenn dann noch diese Spendenfrage kommt, dann ist er schon ganz viel vertrauen da.
00:13:40: Und das ist ganz wichtig im Fundraising.
00:13:44: Und das ist eigentlich die beste Werbung.
00:13:47: Wenn jemand, den man gerne zuhört, dann auch noch erzählt, für was er spenden würde.
00:13:54: Ja, da hat man richtig eine Geschichte dazu.
00:13:57: Das Bild dazu und vor allem merkt man ja das Engagement.
00:14:01: Die Leute wollen unterstützen, sie wollen was Gutes tun und dafür eine Tür aufzumachen, das fand ich eigentlich mit das Spannendste.
00:14:11: Und ich habe auch gemerkt, wie wichtig das Vorgespräch ist, um genau diese Sachen auch nochmal zu benennen, so dass sich die Leute Gedanken darüber machen können, wenn sie dann gefragt werden.
00:14:22: Und dann auch ein Projekt haben, das vielleicht gut zu unserem Portfolio passt, oder?
00:14:27: Das stimmt, ja.
00:14:28: Weil ganz oft sind sie dann schon auch überfordert, so oft die Schnelle jetzt auch noch ein Projekt vorzustellen.
00:14:39: Aber viele haben auch gesagt, dass ihnen Bildung das Wichtigste ist.
00:14:45: Denn mit Bildung kannst du alles lösen.
00:14:48: Und das stimmt.
00:14:51: Und es waren ja auch Leute dabei, die das für sich selbst erfahren haben.
00:14:56: Also weil sie in einem Programm drin waren, wo sie im Austausch standen oder auch ein Stipendium bekommen haben, um in Deutschland ein Bildungsprogramm zu durchlaufen, zum Beispiel eine Promotion.
00:15:09: Und ich fand spannend, wie das dann so wechselseitig zusammenengt von beiden Seiten her.
00:15:16: Die Leute, die wir hatten, die hatten alle was zu erzählen.
00:15:20: Manchmal muss man sie auch ein bisschen stupsen, damit sie das erzählen können.
00:15:25: Aber ich hatte den Eindruck, dass, wenn Sie dann ins Erzählen kamen, Sie oft das Gefühl hatten hinterher, Mensch, da habe ich auch meine Geschichte ganz neu erzählt oder eine neue Facette davon sichtbar gemacht.
00:15:46: Ja, ich glaube, wenn man sich mal wieder so konzentriert hinsetzt und sich wirklich einen Gegenüber hat, dass sich wirklich für einen interessiert.
00:15:58: So quasi bei einigen Leuten halt die letzten zehn Jahre, bei manchen hast du ja wirklich fünfzig Jahre Arbeitszeit erfragt, nicht, ja.
00:16:14: Und das war schon besonders.
00:16:17: Sie fühlten sich gesehen, sie fühlten sich wertgeschätzt.
00:16:21: Und dann kommt im Gespräch eben diese Erinnerung hoch und jene Erinnerung hoch.
00:16:27: Und ... ja, ich denk, die waren alle ... Sie gingen alle sehr glücklich hier aus dem Podcast-Raum.
00:16:35: Meinst du, dass man eigentlich jede Person interviewen könnte mit einer gewissen Lebenserfahrung?
00:16:42: Ich ... Ich finde nicht, dass es was mit Lebenserfahrung zu tun hat.
00:16:50: Ich finde, nicht jede Person kann gut erzählen und lässt sich leicht intervieren.
00:16:57: Das ist, glaube ich, dass man eine gewisse Lockerheit mitbringen muss.
00:17:02: Und ja, dann passt es schon.
00:17:05: Aber wenn man ... Es geht eben um das Mikrofon.
00:17:09: Wenn du jetzt ja nur alleine mit der Person hier sitzen würdest, dann kannst du natürlich jede Person gut interviewen, weil wenn man den Leuten zuhört, sie wertschätzt, Verbindungen schafft, dann erzählt dir jede Person alles.
00:17:28: Wo waren denn für dich die Sternmomente?
00:17:33: Sternmomente war eben, was ich gerade schon mal erzählt habe, wenn die Leute wirklich aufgemacht haben, weil man das im Raum richtig spüren konnte, wie die Schwingungen jetzt anders werden.
00:17:53: Und das war eigentlich das berührendste für mich.
00:17:57: Das war jedes Mal ein Standmoment.
00:17:59: Das ist ja ein fast seelsorgerlicher Moment, oder?
00:18:02: Ja, ich weiß gar nicht, ob ihr ... Beide, die sich gegenübergesessen sind, ob ihr das wirklich so mitbekommen habt, weil ihr so im Gespräch wart.
00:18:12: Aber für mich war das regelrecht zu spüren.
00:18:17: Ich fand es Wahnsinn auch, was sich aus diesen Gesprächen entwickelt hat.
00:18:23: Und wie ich dann Kollegen, die ich schon kannte, auch ganz neu gesehen habe durch das Gespräch.
00:18:30: Ich glaub, das war ... Ein guter Ort, um wirklich die ganzen Geschichten noch mal zu hören.
00:18:37: Also für mich fallen da die beiden Emmanuel jetzt noch mal besonders ins Gewicht.
00:18:42: Emmanuel Keleo hatte ich ja als ehemaligen Mitarbeiter schon bei einer anderen Gelegenheit kennengelernt.
00:18:50: Und als ich ihn dann interviewt habe, wie er dann seine Geschichte erzählt hat, das war schon wahnsinnig faszinierend.
00:18:59: Und ich merke jetzt auch, er ist ja mittlerweile wieder Kollege bei uns.
00:19:04: Wenn er dann seinen Ansatz bringt, ich kann das beziehen auf seine Geschichte und das, was er lebt hat.
00:19:10: Und das finde ich großartig.
00:19:13: Und Emanuel in Doma habe ich wieder bei seiner Einführung in Rötenbach als Pfarrer getroffen.
00:19:20: Und da ich seine Geschichte von seiner Flucht aus dem Kongo bis nach Ansbach mitbekommen hatte.
00:19:28: hat mich das wahnsinnig bewegt, einfach drinzusitzen.
00:19:33: Mit einer Gesangskruppe aus dem Asylbewerberheim in Ansbach hat das alles angefangen.
00:19:38: Und dann dabei zu sein und die ganzen Leute zu sehen und zu verstehen, welche Gruppe, weswegen da sitzt, Leute aus dem Kongo, aber auch Leute aus Ansbach, Leute aus Nürnberg, Leute von Mission Eine Welt, da geht eine meine ganze Welt auf.
00:19:55: Ja, so.
00:19:58: Hast du auch so eine Geschichte, wo du gesagt hast, Mensch, das hat mir auch noch mal einen ganz neuen Horizont eröffnet?
00:20:06: Da gibt es viele Geschichten an ihm, wenn er von seiner Kindheit erzählt, im Papornorgenia, wo er aufgewachsen ist.
00:20:17: Antje, die ganz toll erzählt hat aus Tanzania und von ihrer Arbeit, da habe ich sie auch mal besucht.
00:20:26: und ja, habe auch erlebt, wie sie da wirklich gewirkt hat und jetzt wiederwirkt.
00:20:33: Und also ganz, ganz tolle Dinge, die uns da erzählt und anvertraut wurden.
00:20:41: Ich finde aber, ja, wenn ich ... Den meisten dieser Menschen, wenn ich denen begegne, da ist jetzt auch so ein ganz anderes Vertrauen und ein ganz anderes Miteinander da, dass ich eben durch diese Podcastgeschichte auch nochmal so aufgebaut, verfestigt hat.
00:21:00: Ich finde auch ganz witzig.
00:21:02: Wir mussten ja manche Folgen auch nochmal aufnehmen wegen technischer Probleme.
00:21:07: Und da hab ich eine komplett andere Geschichte gehört als beim ersten Mal.
00:21:11: Noch mal andere Facetten.
00:21:13: Und wenn ich die Leute dazu bringen wollte, dieselbe Geschichte, die total genial war, noch mal zu erzählen, haben sie es irgendwie ganz anders erzählt.
00:21:21: Und es war ja anders.
00:21:25: Na ja, weil die Menschen hierher kommen, von sich erzählen, und es ist nicht geskriptet.
00:21:34: Sie erzählen einfach von sich.
00:21:36: Und das ist das Schöne.
00:21:38: Manchmal kann man sie halt da hinführen, wo man sie hinhaben möchte, weil man diese tolle Geschichte schon mal gehört hat.
00:21:45: Und manchmal eben nicht, weil sie gerade wo ganz woanders stehen und was ganz ganz anderes ihnen wichtiger ist, jetzt gerade zu erzählen.
00:21:55: Jedenfalls habe ich bei all diesen Geschichten gemerkt, dass ich eigentlich gar nicht so viel rumgekommen bin.
00:22:02: Es gibt Leute, die haben ... schon die ganze Welt bereist, immer hin und her und machen aber einen zufriedenen Eindruck.
00:22:12: Das stimmt.
00:22:13: Was ich aber auch total lustig fand, dass wir ja unseren Leitfahrten immer haben und dass es ein, zwei, drei Leute gab, die schon in der Vorstellungsrunde nach dem Hallo schon ... Alle Fragen beantwortet hatten, ohne dass man sie danach gefragt hat, haben die schon alles in den ersten fünf Minuten erzählt, was wir sie alles fragen wollten oder was wir uns ausgedacht haben und du fragen wolltest.
00:22:41: Es war manchmal total lustig.
00:22:45: Und ja, es hat halt alles so seine eigene Dynamik.
00:22:50: Ja, man hat auch manchmal gemerkt, dass es Leute gibt, die öfter aus ihrem Leben erzählen.
00:22:56: Bei denen war das schon teilweise vorbereitet.
00:22:59: Und dann war es, stellenweise gar nicht einfach, noch mal was Neues herauszukitzeln.
00:23:04: Das stimmt.
00:23:05: Aber das ist dein Talent, trotzdem immer noch was rauszuholen.
00:23:12: Weil wenn die Profis sonst sagen, ich war ja schon so viel unterwegs, aber das habe ich noch nie jemanden erzählt, dann ist es das größte Kompliment.
00:23:23: Aber manchmal erzählt man ja in so einer Situation auch Sachen, wo man nachher denkt, naja, hätte ich es oder hätte ich es nicht sagen sollen.
00:23:31: Das gab es ja auch ein paar Mal.
00:23:32: Ja, das ist ja meine Aufgabe.
00:23:34: Meine Aufgabe ist, hier zu sitzen, gut aufzupassen, die Zwischentöne zu hören und auch ein bisschen die Leute zu beschützen.
00:23:46: Deswegen gab es danach immer ein Nachgespräch, wo ich gesagt habe, mir ist das und das aufgefallen.
00:23:52: Möchtest du, dass wir das rausnehmen?
00:23:55: Oder was ist dir aufgefallen?
00:23:57: Wie hast du dich wohl gefühlt?
00:23:58: und so weiter?
00:24:00: Und ja, wenn ich dann versprochen habe, dass wir das auch rausnehmen, diesen einen Satz, dann ist das auch von meiner Seite so eingehalten worden.
00:24:15: Ich denke, alle sind zufrieden.
00:24:19: Ja, das ist ja das Besondere, dass man spricht und im Nachhinein noch mal darüber nachdenken kann, ob man das wirklich so in die Öffentlichkeit hineingeben möchte.
00:24:31: Und ich glaube, das ist auch das Schöne an diesem Format.
00:24:33: Es ist nicht ein Vortrag, den du einmal hältst und alle Leute passen darauf auf und dann kann man vielleicht doch mal ins Fettnäpfchen treten oder man kann noch mal drauf schauen und hat dann auch Jemanden, mit dem man darüber reden kann, was einem wichtig
00:24:49: ist.
00:24:51: Die Leute haben sich mit mir drüber unterhalten, aber es hat keine Person von uns verlangt davor vor der Veröffentlichung der Folge, diese Folge anzuhören.
00:25:10: Das hätten wir auch nicht gewollt.
00:25:13: Wir passen da sehr gut auf.
00:25:15: Aber das zeigt auch, was für einen Vertrauen die Menschen zu uns haben.
00:25:19: Und das ist ein großes Geschenk.
00:25:24: Ja, gab es eigentlich Rückmeldungen von Hörerinnen und Hörern zu unserem Podcast?
00:25:30: Ich weiß es gar nicht so.
00:25:31: Wir haben Zahlen gelesen und wir wissen, übrigens habe ich ja da auch deswegen eine Wette verloren, dass wir sehr viele Abonnentinnen hatten.
00:25:41: Aber was haben die eigentlich erzählt?
00:25:43: Naja, also, wir haben ab und zu mal eine Mail bekommen oder ... Ich glaub,
00:25:47: drei insgesamt.
00:25:50: Das stimmt ja.
00:25:51: Ähm, ja, aber die waren positiv.
00:25:55: Genau, dann kannst du ja Bewertungen abgeben.
00:26:00: Bei Spotify und so weiter.
00:26:02: Das lief ganz gut.
00:26:06: Die Leute sind zufrieden, motivieren und sagen, macht weiter so oder wieder eine tolle Folge oder sehr interessant.
00:26:14: Was auch immer.
00:26:17: Sie kommen aber auch auf dich und mich zu und sagen, ich habe mir das jetzt angehört und das ist ja ganz toll.
00:26:25: Und ja, machen auch Werbung.
00:26:29: Und manche sagen dann, ja, warum werde ich nicht eingeladen?
00:26:32: Ich bin doch auch wichtig und meine Geschichte ist auch interessant.
00:26:37: Es kommen aber auch Leute auf einen Zunsagen, ich möchte nicht mitmachen.
00:26:44: Ich bin nicht gut am Mikrofon.
00:26:47: Genau.
00:26:48: Du hast ja schon, ja ... Ganz viele Fans.
00:26:53: Kannst mal erzählen, wie ist das so, wenn sie auf dich zukommen?
00:26:57: Ja, ich wurde ja schon mal irgendwo, ich glaube in Pappenheim, das ist ja doch ein Stück weit weg, bei einer Tagung oder so angesprochen, du bist doch der Song von Horizontwechsel.
00:27:10: Und ich kannte dich persönlich.
00:27:12: Das war schon ziemlich toll.
00:27:13: Oder am Hesselberg.
00:27:14: Aber ich muss schon sagen, dieses Phänomen, dass man angesprochen wird, beschränkt sich auch auf Mittelfranken.
00:27:23: So habe ich das jedenfalls erlebt.
00:27:25: Aber es ist großartig, da nochmal auch zu hören, dass Leute gern rein hören, dass sie das abonnieren, dass sie sich freuen auf jeden ersten Dienstag im Monat, wenn es eine neue Folge gibt.
00:27:43: Das hat einfach auch Spaß gemacht.
00:27:46: Aber viele der Leute, die sich zurückmelden, die kenn ich auch aus anderen Kontexten schon.
00:27:51: Und deswegen war ich immer neugierig, was mitzubekommen von Leuten, die ich gar nicht kenne.
00:27:57: Aber die schreiben auch keine Mails.
00:28:00: Wir haben ja nicht nur den Podcast Horizont wechseln, sondern auch den Podcast Mi Story.
00:28:07: Und da kommen ja Menschen zu Wort, die zu einer anderen Zeit in dem Partnerkirchen unterwegs waren.
00:28:15: Bist du mal da ein bisschen was davon erzählen?
00:28:18: Weil das ist ja eigentlich dein Lieblings-Podcast.
00:28:21: Ja, das muss ich leider bekennen.
00:28:24: Ja, auf mihistoric haben wir, weil wir gemerkt haben, bei ganz vielen Leuten, die früher in der Mission unterwegs waren, gibt es unglaubliche Geschichten, die auch mal erzählt werden wollen.
00:28:44: Und für mich schlägt einfach das Herz höher, wenn ich daran denke.
00:28:48: Das sind ja nicht Leute, die dann eine besondere Funktion jetzt haben, sondern einfach auch noch mal zurückblicken können.
00:28:55: Und das hat für mich den Reiz von Mie Story ausgemacht.
00:28:58: Zurückblicken können darauf auch Geschichten, die teilweise sechszig Jahre und länger her sind.
00:29:05: Und das ist ja auch wie eine Zeitmaschine.
00:29:08: Da kommst du dann rein und die Leute erzählen dann von ihrer Kindheit im Krieg.
00:29:13: Und was sie dann bewegt hat, bei Mission Eine Welt oder der Vorgängerorganisation anzufangen, warum sie dann in ein anderes Land gezogen sind, oft sind das ganz triviale Gründe oder irgendwelche Träume, die sie hatten.
00:29:27: Oder einfach die Lust, in die weite Welt zu kommen.
00:29:30: Und was das mit ihnen gemacht hat.
00:29:32: Ja, du merkst schon.
00:29:33: Also da schlägt mein Herz wirklich.
00:29:35: Und ich find's faszinierend.
00:29:40: Auch noch mal darüber nachzudenken, viele hatten ja Kinder, was dann aus den Kindern geworden ist.
00:29:46: Und das kann man eher erzählen, wenn man wirklich ganz weit zurückspulen kann.
00:29:52: Wie fandest du es denn im Vergleich, Miss Dory und Horizontwechsel?
00:29:57: An Miss Dory finde ich sehr schön, weil die jetzt so eine Zeit lang ... ja, schon wieder zurück sind und jetzt aber ganz viel von Begegnungen erzählen.
00:30:11: Die erzählen nicht mehr das und das war ein wichtiger Meilenstein in meinem Berufsleben, sondern die erzählen wirklich von Begegnungen, von den Menschen.
00:30:25: Und was ich da aber toll finde an diesen Menschen, dass die ... Es gab kein Internet, die konnten nicht gucken, wo gehe ich dahin, wie sieht es da aus?
00:30:38: Die haben sich mit anderen Leuten unterhalten, haben meinetwegen schwarz-weiß Fotos gesehen, konnten Bücher dazu lesen.
00:30:46: Aber die sind wirklich in eine ganz andere Welt eingetaucht, sind ja mit dem Wochenlang mit dem Schiff dahin gefahren.
00:30:59: Es sind nicht Ja, hingeflogen.
00:31:03: Also, es war schon eine ganz, ganz andere Zeit noch mal.
00:31:07: Und das ist sehr berührend.
00:31:09: Das ist besonders.
00:31:10: Für mich gab es eine Überraschung bei me.story.
00:31:13: Ich hatte mir vorgestellt, dass es Leute vom alten Schlag, wie man sich vorstellt, auch ein bisschen konservativ und bekenntnistreu.
00:31:24: Und dann hört man die ganzen Geschichten und merkt, wie nah sie dran sind.
00:31:28: Auch in den Entscheidungen.
00:31:30: was sie bewegt und wie sie auch die Partnerkirchen gesehen haben.
00:31:35: Das hat mir wirklich einen neuen Horizont eröffnet, muss ich sagen.
00:31:39: Aber jetzt haben wir so viel über Mistori erzählt.
00:31:42: Wie würdest du denn im Vergleich sagen?
00:31:45: Also ich würde ja denken, Mistori ist eigentlich der beste Spin-off, den man sich vorstellen kann.
00:31:53: Also ich würde sagen, Horizontwechsel ist super.
00:31:58: Und die Leute sollen einfach mal in My Story reinhören und können dann das selbst entscheiden.
00:32:06: Ja.
00:32:08: Jetzt sind wir ja nach zwei Jahren so an einen Punkt gelangt, wo wir beide Podcasts abschließen.
00:32:17: Horizontwechsel und My Story.
00:32:20: Eine spannende Zeit.
00:32:22: Wie fühlt sich das für dich an so?
00:32:28: Für das, dass ich so ein Podcast-Fan bin.
00:32:32: Es ist toll, ich kann jetzt sagen, hey, ich mach Podcast.
00:32:36: Und ja, also ich würde sagen, wir haben wahnsinnig viel gelernt in den letzten beiden Jahren mit einem tollen Team, das uns unterstützt hat.
00:32:48: Und ja, mit tollen Leuten, die uns eben vertraut haben.
00:32:52: Wie ist es für dich?
00:32:55: Also gelernt auf jeden Fall wahnsinnig viel.
00:32:58: Auch technisch eignet man sich so einen Expertenwissen an, wie man so ein Podcast aufnimmt.
00:33:06: Das ist eigentlich unbezahlbar.
00:33:10: Aber auch die Tiefe der Geschichten, wie man einen Leitfahrten macht, wie wichtig ein Vorgespräch ist.
00:33:17: Und so als Team das zusammenzuwuppen, das ist schon ... vielleicht das größte, was ich hier in meiner Zeit, ich hoffe meine Vorgesetzten hören mich nicht, vielleicht das größte, was ich hier in dieser Zeit geleistet habe.
00:33:33: Und ich kenne das so, wenn ich umgezogen bin, dann hatte ich so eine Ritual, das hatte ich schon ganz früh.
00:33:41: Ich glaube, als ich aus Ansbach weggezogen bin, habe ich damit angefangen, einfach nochmal durch die Stadt zu laufen und alles in mir aufzusaugen.
00:33:52: Und vielleicht kann man sowas ähnliches ja auch bei Horizontwechsel und Historie machen, dass ich da nochmal reinhöre, vielleicht in so einer langen Session und mir überlege, was hat mir das Besonderes gegeben?
00:34:08: Was hat mir das nochmal gegeben?
00:34:11: Ja, ich glaube, das mache ich mal.
00:34:12: Was machst du?
00:34:17: Ich habe wirklich alle Folgen.
00:34:21: mindestens dreimal gehört.
00:34:23: Also ich muss nicht mehr reinhören.
00:34:28: Genau, ja, ich kann hier in diesem Raum sitzen, es genießen.
00:34:36: Ich denke, ich kann es genießen, wenn ich Leute treffe, die wir interviewt haben, die du interviewt hast.
00:34:44: Und ... Genau, mich mit Leuten austauschen, die das immer anhören.
00:34:51: Das ist das für mich, was ich so, wie ich das feiern werde.
00:34:56: Und es geht hier für dich als Leiterin der Abteilung Podcast weiter.
00:35:02: So viel darf man ja verraten, oder?
00:35:04: Es wird einen neuen Podcast geben bei Mission eine Welt.
00:35:07: Wie viel darf man schon verraten?
00:35:09: Da kann ich schon alles dazu verraten.
00:35:12: Und zwar heißt der neue Podcast Los Gelassen kommt im März raus.
00:35:23: Und bei Los Gelassen kommen junge Menschen zu Wort, die mit Mission Eine Welt ein freiwilliges Jahr in einer Partnerkirche verbracht haben.
00:35:34: Und das geht darum.
00:35:36: Was hat das Jahr mit Ihnen gemacht?
00:35:39: Auf was haben Sie sich eingelassen?
00:35:41: Wo haben Sie losgelassen?
00:35:42: Was haben Sie mitgenommen?
00:35:44: Und die Haltung bleibt aber dieselbe.
00:35:47: Respekt, Offenheit und echtes Interesse.
00:35:50: Das ist ja eine spannende Zeit, wenn man ein Jahr in einer Partnerkirche zu tun hat.
00:35:58: Ich kann mir aber vorstellen, dass viele Leute, wenn sie direkt zurückkommen, das noch mal reflektieren müssen oder das ein bisschen verdauen müssen.
00:36:07: Was für Leute habt ihr da vor Augen?
00:36:09: Naja, mit Mission eine Welt kann man schon seit vielen Jahrzehnten unterwegs sein.
00:36:16: Und auf die gehen wir alle zu und hören uns ihre Geschichten an.
00:36:22: Es geht nicht darum, nur um die Menschen, die jetzt in den letzten zwei Jahren unterwegs waren, sondern wirklich ... Wenn jemand vor fünfzehn Jahren, vor zwanzig Jahren, was auch immer mit uns unterwegs war, wie hat sich ... Ja, was hat sich ergeben?
00:36:42: Wie haben Sie es damals empfunden?
00:36:44: Wie empfinden Sie es heute?
00:36:46: Haben sich Ihre Werte geändert?
00:36:48: Wie hat Ihr Leben verändert?
00:36:52: Und vielleicht können Sie sich doch noch zurückerinnern, wie es damals war.
00:36:56: Vermutlich das erste Mal im Leben ... von der Familie entfernt zu sein und auf eigenen Füßen zu
00:37:05: stehen.
00:37:06: Das stimmt.
00:37:07: Das ist nicht nur hier in Deutschland irgendwo anders hinzugehen, sondern ... Ja, die Sprache ist fremd.
00:37:16: Die Kultur ist anders.
00:37:18: Man ... ja, fliegt irgendwo hin.
00:37:22: Also, es ist schon noch mal ganz, ganz anders.
00:37:25: So, was wünschst du dir für die Jugendlichen, die ... im neuen Format ihre Stimme einbringen.
00:37:33: Für die Jugendlichen.
00:37:34: Ich weiß jetzt gar nicht nach der Auskunft, ob das Jugendliche sind.
00:37:37: Es könnten ja schon Rentnerinnen sein, teilweise, so wie sich das anhört.
00:37:43: Ich wünsch mir eigentlich das, was wir bei Horizontwechsel und Mystery hatten, dass die Leute noch mal eine Chance haben, ihre Geschichte zu erzählen und dabei etwas zu entdecken, was sie vielleicht noch nicht gesehen haben.
00:38:00: dass sie dann in diesem Moment da sind und sagen, hey, das war's.
00:38:05: Deswegen hab ich's gemacht.
00:38:06: Da hab ich das gesehen, das hat mich verändert.
00:38:11: Ja, und ich glaub, das sind die spannendsten Momente überhaupt, dass man so uns erzählen kommt und dabei Sachen entdeckt, die man vor dem Erzähl nicht gesehen hat.
00:38:21: Das wär schön.
00:38:23: Und wenn das wirklich auch was mit ihrem Leben gemacht hat, darüber nachdenken zu dürfen.
00:38:31: Ich glaube, das erfüllt Menschen mit Dankbarkeit.
00:38:35: Und das würde ich jedem wünschen.
00:38:37: Eigentlich müssen das ganz viele Leute machen.
00:38:40: Vielleicht sollte man das als Teil des Programms sogar aufnehmen, dass Leute, die ein FSJ hier gemacht haben, dann verpflichtet werden, nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren noch mal so ein Interview zu geben und einfach zu erzählen, was ist daraus geworden?
00:38:59: Aber ich möchte euch natürlich nicht vorgreifen.
00:39:02: Ich glaube, das wird ein großartiges Format mit Herz.
00:39:09: Und ich glaube auch, dass dann die neue Stimme das richtig gut machen wird.
00:39:16: Denn sie war ja selbst FSJ-Lerin von Mission Eine Welt, oder?
00:39:21: Genau.
00:39:21: Anne war mit Mission Eine Welt auch schon unterwegs in Tanzania.
00:39:28: nach dem Abitur.
00:39:29: Und jetzt ist sie bei uns zuständig für den Freiwilligendienst.
00:39:34: Und ja, ich denke, die würde es richtig gut machen.
00:39:39: Sie hat einen guten Draht zu den Menschen, nicht nur zu den jungen Menschen, und weiß, wovon sie spricht, wie ihre Zeit damals war, aber auch, ja, was jetzt alles zu beachten ist, wenn man jetzt ausreist, wie man ... den Menschen begegnet.
00:39:59: Ich denke, sie wird es gut machen.
00:40:01: Auch wir werden ein gutes Team werden.
00:40:04: Und du kannst ja gut mit hineinnehmen in das ganze Drumherum.
00:40:09: Und vom Konzept bleibt es beim bewerten, oder?
00:40:14: Ich würde sagen, ja, weil wir wirklich weiterhin möchten, dass das ... Echtes Interesse an den Menschen rüberkommt, dass die Menschen hier loslassen können und ihre Geschichte erzielen können.
00:40:32: Losgelassen.
00:40:33: der Titel des Podcasts bezieht sich dann auch auf die Situation des Podcasts.
00:40:39: Auf jeden
00:40:40: Fall.
00:40:41: Naja, wenn du so unterwegs bist ... Und dich auf so ein Abenteuer begebst, musst du ja ganz viel loslassen und wirst auch losgelassen.
00:40:52: Und deswegen der Titel losgelassen.
00:40:55: Das passt ja eigentlich gut zu dieser Abschlussfolge
00:40:57: auch.
00:40:58: Auch das.
00:41:00: Katrin, was möchtest du den Menschen sagen, die uns zwei Jahre lang begleitet haben?
00:41:08: Wow, was für ein Abenteuer.
00:41:11: Und du?
00:41:15: Ja, ich hätte jetzt nicht damit gerechnet ... dass es mich auch so mitnimmt auf eine Reise.
00:41:24: Und klar, wegen euch habe ich eine Wette verloren, denn wir hatten so viele Abonnenten, wie ich nicht damit gerechnet habe.
00:41:32: Und ich glaube, ich habe die Wette schon eingelöst.
00:41:37: Das hast du ja.
00:41:40: Welcher Satz beschreibt für dich unsere Horizontwechselzeit?
00:41:47: Ich würde sagen, Menschen, die uns vertraut haben.
00:41:51: Ich glaub, das lass ich einfach stehen.
00:41:53: Dadurch kann ich so viel zu ergänzen.
00:41:55: Welches Wort möchtest du den Menschen mitgeben?
00:42:00: Ich glaub, als wir uns am Anfang mit dem Leitfaden beschäftigt haben und überlegt haben, was ist eigentlich das Besondere an Horizontwechsel, das du gesagt hast?
00:42:13: Es wäre schön, wenn man den Leuten noch etwas mitgibt, was denen Zuversicht gibt und Kraft.
00:42:19: Und dann ist hier diese Wendung eingefallen, die vielleicht im fränkischen üblicher ist als den anderen gegen den Deutschlands.
00:42:26: Bleibt behütet.
00:42:27: Und ich glaub, das ist auch ein guter Schlusswort.
00:42:32: Das stimmt.
00:42:33: Dieser Satz am Schluss war mir immer total wichtig.
00:42:36: Und ich hab ihn oft vergessen.
00:42:40: Deswegen bleibt behütet und danke so.
00:42:44: Danke, Katrin.
00:42:47: Das war Horizontwechsel, der Podcast von Mission Eine Welt.
00:42:51: Um keine weitere Folge zu verpassen, könnt ihr den Podcast auf allen gängigen Podcastplattformen abonnieren.
00:42:56: Wenn euch der Podcast gefällt, freue ich mich um eine Bewertung.
00:43:00: Ade und bis zum nächsten Mal.
00:43:02: Bleibt behütet.
00:43:04: Dieses Format wurde gemeinsam mit meiner Kollegin Katrin Bau entwickelt.
00:43:08: Hast doch du Lust auf ein Horizont wechseln?
00:43:10: Oder kennst du jemanden, der oder die über den Teller anschauen möchte?
00:43:13: Wir suchen euch unser Team für ein Einsatz weltweit oder in Bayern, für kürzere oder für längere Zeit.
00:43:19: Aber auch mit einer Spendekanzel etwas bewirken.
00:43:21: Ihr findet uns auf Instagram, Facebook und unter mission-einewelt.de.
00:43:26: Schreibt doch gerne eine Mail an, podcast.mewe-mission-einewelt.de.
00:43:39: Dieser Podcast wird produziert von Portstars.
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